ASV Merdingen AH – SV Waltershofen AH 2:3 (2:0)

AH gewinnen hitziges Derby in Merdingen
Soviel vorweg: Es brauchte am späten Mittwochabend zahlreiche Kaltgetränke, um die erhitzen Gemüter nach dem Tuniberg-Klassiker zwischen den Alten Herren des ASV Merdingen und dem SV Blau-Weiß Waltershofen wieder herunterzukühlen. Beim Abpfiff waren längst nicht alle Protagonisten glücklich vom Platz gegangen, was jedoch nur teilweise am Endergebnis der Partie lag. Ein hochverdienter 3:2 Sieg für die Gäste aus Waltershofen stand zu Buche, nachdem sich über 2 x 40 Minuten ein durchwachsenes Spiel mit spannenden, kuriosen, amüsanten und sehenswerten, aber auch wilden Szenen ereignet hatte. Die Stimmen nach dem Spiel ließen einigen Unmut erahnen. „Alli zwanzig Johr jinger.“, „Du hesch doch provoziert.“, „Seller Hug kennt noch logga in de Erschde kigge.“, „Zuzogeni halt.“ waren die Kommentare der Gastgeber. Die Blau-Weißen hingegen beschäftigten sich eher mit Fragen wie „Wer hatte das Spiel eigentlich angefragt?“, „Hänna noch Wirschd?“ und „Müssen wir wirklich wieder über den Berg radeln?“.
Dabei hatte der Abend doch so harmonisch begonnen. Die SVW-Kicker hatten sich zum gemeinsamen Warm-Up per Fahrrad getroffen und waren geschlossen auf dem Sportgelände Kleinsteinen einpedaliert. Aufgrund der Sperrung des Stadionrasens hatte man zwar mit dem Trainingsplatz Vorlieb nehmen müssen, der stand jedoch in sattem Grün. Zumindest da, wo Gras drauf war. Je nach Position, die man im Spiel zu besetzen hatte, konnte man sogar ein Schattenplätzchen ergattern. Die äußeren Bedingungen passten also.
Die Waltershofener begannen mit einer Viererkette, bestehend aus den Innenverteidigern Manuel und Florian und den Außenspielern Stefan und Frank, die unter Manuels Kommando möglichst lange die Null halten wollten. Davor agierte die Doppelsechs aus Hannes und Thomas mit der Flügelzange Volker, Reinhard, die den Stoßstürmer Marco und die hängende Spitze Florian H. in Szene setzen wollten. Zwischen den Pfosten war Enzo aufgestellt, der bereits wenige Minuten nach Spielbeginn kalt erwischt wurde. Die in rot-blau spielenden Hausherren waren eigentlich schwer damit beschäftigt, die Offensive der frisch aufspielenden Gästen von der Tunibergvorderseite in Schach zu halten, als sie ihrerseits einen Stürmer einsetzen konnten. Unverhofft an den Ball gekommen, zirkelte der Merdinger Angreifer das Ei sehenswert in Enzos Kasten, leider ermöglicht durch allzu passive Gegenspieler. Und als sei ein 0:1 nach fünf Minuten noch nicht ernüchternd genug, luden die Blau-Weißen nach weiteren fünf Minuten zum 0:2 ein. Eine Bogenlampe aus zwanzig Metern fand den Weg ins Gehäuse, nachdem man erneut halbherzig und damit glücklos versucht hatte, die Heimelf vom Strafraum fern zu halten. Auf Seiten des SVW hatte man jetzt erstmal den Salat und bemühte sich nun um neue Rezepte für einen erfolgreichen Auftritt. Hinten wurde auf klassische Manndeckung mit Libero umgestellt, wovon man sich weiteres Übergewicht im Mittelfeld versprach. Die neu hergestellte Ordnung wurde allerdings ihrem Namen nicht lange gerecht. Zwar rückten mit Mark, Jochen, Benjamin und Albrecht frische Kräfte nach, doch das gesamte Team tat sich an diesem Abend enorm schwer, Positionen konstant zu besetzen, klar und sauber zu kombinieren und gefährlich vor das gegnerische Tor zu rücken. Sollten die Alten Herren aus Merdingen ihre aktuelle Serie von nicht verlorenen Spielen etwa gegen den Erzrivalen fortsetzen können? Fairerweise verzichteten die Hausherren auf einen falsch gepfiffenen Strafstoß, den sie nach einem Duell mit dem Torhüter zugesprochen bekommen hatten.
In Hälfte zwei wollte Waltershofen den Spieß umdrehen und die Verhältnisse am Tuniberg wieder gerade rücken. Doch zunächst blieb die angestrebte Ordnung noch aus. Das Spiel beider Mannschaften wirkte bisweilen konfus und in den Vordergrund des Geschehens traten nun immer mehr die Nickligkeiten, die schon in der ersten Halbzeit ihren Ursprung hatten. Sowohl auf dem Feld als auch in den Lagern an der Außenlinie keimte eine aggressive Stimmung auf, die sich in manch hart geführtem Zweikampf und manch hitzigem Wortgefecht äußerte. Drohungen, Beleidigungen, Anschuldigungen und Spott verliehen der Begegnung zwischenzeitlich echten Derbycharakter. Der Heimschiedsrichter aus Merdingen hatte nun alle Hände voll zu tun und war nicht mehr zu beneiden. Dennoch leitete er die Partie weiterhin besonnen und bewies mehrmals gutes Fingerspitzengefühl. Sportlich trat nun besonders Goalgetter Florian Hug ins Rampenlicht, der sein Team mit einem lupenreinen Hattrick in einer halben Stunde auf die Siegerstraße brachte. Obwohl er zuvor ungestüm von den Beinen geholt worden war und man eine verletzungsbedingte Auswechslung befürchtet hatte, kam er zurück und packte drei fulminante Schüsse zur 3:2 Führung aus. Die Merdinger Niederlage war damit besiegelt, wenngleich die Gästeoffensive mittlerweile Ton angebend auftrat und das Ergebnis gerne deutlicher gestalten wollte. Einige knappe Abseitsentscheidungen fielen aber noch zu Gunsten der Rot-Blauen.
Die Dusche war redlich verdient und mit dem Regenerationsbier wurde gleich auf dem Rasen angestoßen. Dass die Analyse des Spiels durch die verschiedenen Vereinsbrillen unterschiedlich ausfallen musste, war dann auch jedem klar. Letztendlich kann aber auch festgehalten werden, dass zumindest der nächtliche Scheidebecher von zahlreichen Vertretern beider Teams gemeinsam getrunken wurde und der knappe SVW-Sieg sicher in Ordnung geht.
Wer weiß, ob und wann die nächste Auflage des Tuniberg-Klassikers stattfinden wird…

Aufstellung:
E.L’Altrella
F.Strohbach, M.Hercher, Florian, St.Weidner, M.Arenz
R.Glöckler, H.Leistert, Th.Rees, J.Kern, V.Müller, A.Stiefvater
M.Müller, F.Hug, B.Fuchs
Torschütze: F.Hug (3)

Waltershofener AH-Spieler im Tuniberg-Aufgebot

Im Rahmen des Finaltags beim Tuniberg Weinwanderpokal in Gottenheim fand ein Einlagespiel zwischen der Doppelpass Trainerauswahl und einer Tuniberg Ü40 Auswahl statt. Für die Tuniberger liefen mit Reinhard Glöckler, Enzo L’Altrella, Frank Strohbach und Stefan Weidner auch 4 Spieler der Waltershofener AH auf. Diese erfahrenen Defensiv-Künstler des SVW sorgten dafür, dass man die Doppelpass-Elf über weite Strecken in Schach halten konnte und nur ein Gegentor zuließ. Aber nicht nur auf Seiten der Tuniberg-Auswahl war der SVW stark vertreten. Für die Doppelpass Mannschaft spielten mit Markus Bilharz, Angelo Caporale und Gerri Helbling immerhin noch 3 weitere aktuelle und ehemalige Trainer und Akteure des SVW mit.
Am Ende siegten die Tuniberger deutlich mit 4:1 und anschließend ließ man in geselliger Runde den Abend und das Turnier bei dem einen oder anderen Schorle locker ausklingen.

Bilder von Fritz Zimmermann auf Doppelpass.

SV Bayerbach AH – SV Waltershofen AH 1:3 (0:1)

Wo der Augenthaler das Licht der Welt erblickte und „Kaiser“ Franz dem Golfsport frönt, da kann’s bestimmt auch eine Tuniberger Altherrentruppe aushalten. Das dachte sich der Waltershofener Exil-Bayer Marco Müller bereits vor etlichen Monaten und scheute seitdem keine Kosten und Mühen um ein Freundschaftspiel gegen seinen Heimatverein SV Bayerbach/Rott im Landkreis Passau auf die Beine zu stellen. Und am vergangenen Wochenende war die Zeit dafür gekommen! Im Rahmen eines dreitägigen Ausflugs an die österreichische Grenze traten neun Gesandte des SVW, verstärkt durch vier einheimische Aushilfskräfte, gegen hoch motivierte Gastgeber aus dem idyllisch gelegenen Örtchen in Niederbayern an.
Die unmittelbare Vorbereitung auf die Partie musste dabei von Coach Frank Gutmann als suboptimal eingestuft werden. Hatte man doch die gesamte Mannschaft noch in den frühen Morgenstunden im Festzelt der Sportfreunde des benachbarten Reichenberg antreffen können und dies – in Anlehnung an die Vereinsfarben – mehr blau als weiß. Die sympathische Cover-Band Moose Impact sorgte dort für ausgelassene Stimmung, was den weit Gereisten nach einer achtstündigen Autofahrt willkommene Abwechslung bot. Bei süffigem Bier und exotischer Goaßmaß wollte man die verspannte Muskulatur regenerieren. Jedoch bedurfte es am Morgen des Spieltages in manchen Mannschaftsteilen der Regeneration von der Regeneration. Da kam ein gemeinsamer Spaziergang durchs sehenswerte Passau am Samstagmittag gerade recht. Zur Stärkung ein leichter Schweinsbraten mit Knödeln und a Hoibe für den Elektrolythaushalt, im Anschluss ein Mittagsschläfchen und zum Aufwachen ein doppelter Espresso. Pünktlich zum Matchbeginn um 18 Uhr zeigte sich das Team doch wieder in Bestform.
Gespielt wurde über den ganzen Platz. Nachdem die letzten Maßkrüge, Zigarettenkippen und Protagonisten des vorausgegangenen Gauditurniers vom Feld geräumt waren und Frank einen Karton gesponserten Hercherweins als Gastgeschenk an die Bayerbacher übergeben hatte, eröffnete der Schiedsrichter (in Personalunion mit dem Bürgermeister) das landesverbandsübergreifende Freundschaftsspiel. Albrecht Stiefvater als Goalie lieh sich noch schnell ein Käppi, um bei der tief stehenden Sonne den Überblick zu behalten, da nahmen seine Vorderleute schon das Heft in die Hand. Frank Gutmann und Frank Strohbach im Zentrum, Reini Glöckler und der „eingekaufte“ Andi Wagner außen, bildeten eine solide Viererkette, die am heutigen Abend nichts anbrennen lassen wollte. Vielmehr hatte man sich vorgenommen, das Spiel über die offensiven Flankenläufer Christoph Liesmann und Richard Mayer schnell ins vordere Drittel zu treiben, um dort den Sturmtank Marco Müller zu bedienen. In der Mitte bildeten Hannes Leistert und Thomas Rees ein Dreieck mit dem ebenfalls geliehenen Regisseur Thomas Nassauer, das schon bald in der Lage war, gut miteinander zu harmonieren. Nur zweimal 30 Minuten waren vereinbart, für die Blau-Weißen Grund genug, den Gashahn aufzudrehen. Mit einigermaßen sicheren Kombinationen im Mittelfeld dominierte man die in weiß-schwarz spielenden Platzherren und fand immer wieder den Weg Richtung Bayerbacher Strafraum. Alleine, zwingend waren die Aktionen noch nicht. Zu groß war wohl der Respekt vor dem angrenzenden Maisfeld, das einen Bälle schluckenden Eindruck erweckte. Außerdem zeigte sich die Defensive der Bayern lauf- und kampfstark und konnte die eine oder andere aussichtsreiche Situation rustikal entschärfen. Ein nicht einfach zu bespielender Gegner, zumal auch dieser vereinzelt Offensivgelegenheiten kreieren konnte. Nach etwa zwanzig gespielten Minuten war es aber Richard Mayer, der die Waltershofener für ihre Bemühungen belohnte. Achtzehn Meter vor dem Gehäuse legte er sich die Kugel zurecht, hauchte noch ein kurzes „Habe die Ehre!“ und schlenzte sie wunderbar zum 1:0 ins linke Eck. Ein Vorsprung, der nur noch durch einen scharf geschossenen Freistoß der Heimelf gefährdet wurde, dank toller Parade des leuchtgelben Albrecht aber bis zur Pause verteidigt werden konnte.
Die Halbzeitansprache entfiel, weil Konsens über das weitere Vorgehen herrschte. Für Durchgang zwei waren weitere Treffer in Planung. Alles andere wäre Understatement gewesen, bei dem offensiv geprägten Kader, den noch die beiden Bayernstürmer Matthias Bauer und Herrmann ergänzten. Die Gäste aus dem Breisgau nahmen also wieder Fahrt auf. Obwohl sich auch Bayerbach immer wieder vorwärts drängte, kontrollierten die Tuniberger das Geschehen und kamen wiederholt zu guten Gelegenheiten. Eckbälle und Freistöße hatten zwar Gefahrenpotenzial, brachten aber zunächst nichts Zählbares, weshalb eine Lösung aus dem Spiel heraus zum Erfolg verhelfen musste. Von der linken Seite einrückend setzte Thomas  aus gut zwanzig Metern zum Schuss an und schickte den Keeper in die lange Ecke. Ein niederbayrischer Abwehrrecke kreuzte die Flugbahn des Leders und fälschte zum unhaltbaren 2:0 ab. Ob der Unglücksrabe dabei mit der Schulter, der Stirn, dem Ohr oder gar dem Nasenbein agierte, ließ sich im Nachhinein nicht mehr schlüssig nachvollziehen. In der Folge erkämpften sich die Weiß-Schwarzen etwas mehr Spielanteile und kamen vermehrt zu Strafraumszenen vor dem Waltershofener Kasten. Die passende Antwort auf diese Entwicklung lieferte Hannes, der seinerseits von links in den gegenüber liegenden Strafraum eindribbelte und das Spielgerät mustergültig von der Grundlinie auf den Elfmeterpunkt servierte, von wo aus wiederum Thomas nur noch einschieben musste. Mit der komfortablen 3:0 Führung im Rücken schalteten die Blau-Weißen nun auf Ergebnissicherung um, was ihren Stürmer dazu veranlasste, phasenweise in den Stand-By-Modus zu wechseln. Die Schlussminuten der Partie gehört schließlich der Heimelf, die Innenverteidiger Frank S. dazu nötigte, einen Notwehr-Strafstoß zu verursachen, welchen der gut aufgelegte Torhüter Albrecht mit einer Dynamik parierte, die mit bloßem Auge gar nicht erkennbar war. Manche behaupteten hinterher, der Alupfosten habe geholfen. Nichtsdestotrotz gelang es den engagierten Freistaatlern noch, einen Ehrentreffer zu markieren, als sie kurz vor Schluss über die stärkere rechte Seite in den Torraum vordrangen und flach in die lange Ecke einnetzten.
Die Schlacht war geschlagen. Baden hatte Bayern besiegt und man konnte nun zum gemütlichen Teil übergehen, wobei dann auch die sportlich bedingte Rivalität einer gemeinsamen, Völker verbindenden Feierlaune weichen sollte. Im Bierzelt trugen bereits die Kesslbach Musikanten ihren Teil dazu bei. In beeindruckend lässiger Manier packten sie ihr gesamtes Gute-Laune-Sportplatzfest-Repertoire aus und sorgten für ausgelassene Fröhlichkeit an und auf den Tischen. Etwa zeitgleich mit der Umsiedlung vom zünftigen Bereich in die Bar, hatten es die Freiburger Schorleliebhaber dann geschafft, den Bayern ihr gesamtes Bier weg zu trinken. Gwambats Bergschof, dann mussten eben die härteren Sachen auf den Tisch. Die Party war in vollem Gange und gab zahlreichen Akteuren Gelegenheit, sich zu extrovertieren. Es wurde getanzt und gesungen, posiert und fotografiert, gelacht und gefeiert. Für alle Mitgereisten war das ein würdiger Abschluss einer prächtigen Auswärtsfahrt, die trotz der gefühlt endlosen Rückreise am Folgetag in toller Erinnerung bleiben wird.
Besonderer Dank für das gelungene Wochenende gilt zuallererst dem Organisator Marco, der einen überragenden Job als Manager und Reiseleiter gemacht hat. Des Weiteren geht ein ganz herzlicher Dank an die Gastgeber aus Bayerbach, die durch ihre Unterstützung ein Großfeldspiel möglich machten und mit ihrem Sportfest für einen stimmungsvollen Rahmen sorgten. Vielen Dank auch an Kilian Dettinger, der der Reisegruppe ein Fahrzeug zur Verfügung stellte.

Aufstellung:
A.Stiefvater
R.Glöckler, F.Gutmann, F.Strohbach, A.Wagner
R.Mayer, H.Leistert, Th.Rees, Ch.Liesmann
M.Müller, M.Bauer, Th.Nassauer, Herrmann
Torschützen: R.Mayer, Th. Rees (2)

Hier gibt’s jede Menge Bilder vom Ausflug.

AH Waltershofen auf dem Podium in Gottenheim

Die SVW Oldies hatten nach dem Hallenspektakel von Kirchzarten Gefallen an Turnierteilnahmen gefunden und meldeten daher frühzeitig eine schlagkräftige Truppe für die Gottenheimer Sportwoche. Eine der zentralen Fragen im Vorfeld lautete: Wird es wieder einen Schinkenspeck zu gewinnen geben?
Um jedenfalls maximalen Erfolg herausschlagen zu können, ließ man schon bei der Kaderplanung nichts anbrennen. Pro Spiel erlaubte das Reglement den Einsatz von zehn Akteuren (5+1 und 4 Wechselspieler), was die Blau-Weißen dazu veranlasste, ein Elf-Mann-Aufgebot zusammenzustellen. Wie sich später herausstellen sollte, war das eine sinnvolle Gruppengröße, denn ein bisschen Verlust hat man immer.
Im ersten Gruppenspiel ging’s gegen die Nachbarn aus Umkirch. Auf Seiten der Waltershofener begann man mit einer Dreierkette in der Defensive und einem offensiven Duo davor. Den Kasten hütete Enzo L’Altrella im gewagten Fluo-Dress. In einer Partie, die auch als Kräftemessen der Jugendtrainer bezeichnet werden konnte, gewann der SVW zunehmend die Oberhand und übte Druck auf das Umkircher Tor aus. Allein die Chancenauswertung ließ wieder einmal zu wünschen übrig. Der unüberwindbar wirkende Keeper war unüberwindbar. Und wie es dann meistens kommt, gelang es den Umkirchern doch einmal, gefährlich in den Strafraum der Blau-Weißen vorzudringen. Abwehr-Chef Manuel Hercher blieb nichts anderes übrig, als den einschussbereiten Stürmer von den Beinen zu holen, woraufhin der Schiedsrichter auf Strafstoß entschied. Leider war es Enzo nicht vergönnt, sich schon im ersten Match unsterblich zu machen. Daher rannte man von nun an dem Rückstand hinterher. Die Spielzeit von jeweils nur 15 Minuten drohte jetzt unter den Stollen zu zerrinnen, wodurch sich Waltershofen zu übereilten Aktionen verleiten ließ, statt sich auf kontrollierten Spielaufbau und mehr Konzentration im Abschluss zu besinnen. Der VfR hingegen nutzte so manches Mittel, um den Vorsprung halten zu können. Am Ende blieb es beim 0:1 und die Blau-Weißen zeigten sich ernüchtert ob dieser unnötigen Niederlage.
Vor der Partie gegen den FC Yugoslavia war klar, wenn man hier einen Blumentopf oder gar etwas Essbares gewinnen wollte, musste mehr Effizienz ins Spiel der Tuniberger. Die Bemühungen sollten belohnt werden. Der Gegner allerdings ging die Partie auch recht selbstbewusst an. Die Balkan-Routiniers zogen ihren Torwart auf die Liberoposition vor und schoben zunächst eine ruhige Kugel von links nach rechts und wieder zurück. Die Fünf des SVW besannen sich auf die angestrebte Geschlossenheit im Zentrum und beobachteten einige Augenblicke, was der Gegner wohl versuchen würde. In nahezu blindem Verständnis rückten dann aber Thomas Rees und Hannes Leistert blitzartig dem Ball verteilenden Keeper auf die Pelle und erzwangen dessen Ballverlust. Hannes fackelte diesmal nicht lange und brachte das Leder am dafür vorgesehenen Ort unter. Der Bann war gebrochen und es folgten weitere 14 Minuten, in denen man sich die Defensive der Jugoslawen ein ums andere Mal zurechtlegte und ansehnliche Spielzüge erfolgreich mit Zählbarem abschloss. Während Manuel und Teammanager Frank Gutmann aus der Hintermannschaft jeweils einen Treffer beisteuern konnten, gelang es dem filigranen Spielgestalter Jochen Kern (2) und Sturmtank Florian Hug (3) die Ausbeute auf 8 Hütten zu steigern. Aus einer Nachlässigkeit in der Mann- und Raumdeckung resultierte der einzige Gegentreffer der Begegnung, sodass die mitgereisten „Fans der Herzen“ am Ende einen 8:1 Kantersieg bejubeln durften. Einen bitteren Beigeschmack hatte das Traumergebnis allerdings. Dem wuchtigen Spannstoß Frank G.s zur Optimierung seiner Torquote hielt leider die Knie beugende Muskulatur nicht uneingeschränkt Stand. Um Schlimmeres zu verhüten, sah er von weiterem aktivem Eingreifen ab und zog für den Rest des Turniers die Strippen an der Seitenlinie.
Die Karten war neu gemischt, als man erfuhr, dass Umkirch gegen Gottenheim verloren hatte. Mit der Gastgebermannschaft als kommendem Gegner rechneten die Waltershofener Kicker sich doch wieder Chancen auf den Gruppensieg und die damit verbundene Finalteilnahme aus, denn die Gottenheimer Zebras traten ohne Wechselspieler an und hatten bei der hochsommerlichen Witterung schon etliche Körner lassen müssen. Doch erneut ging der Matchplan des Gutmann-Ensembles nicht auf. Zwar gelang es den abgeklärten Defensivstrategen wie Stefan Weidner, Reini Glöckler, Frank Strohbach mit Volker Müller, den L’Altrella-Kasten weitestgehend vom Spielgeschehen abzuschotten, leider scheiterte man im Angriff aber erneut am eigenen Unvermögen und einem guten Torwart. Ein mageres 0:0 stand zu Buche, nachdem man mehrmals in aussichtsreicher Position zu wenig Eier bewiesen hatte, um den imposanten SVG-Schlussmann zu schlagen. Die Versuche reichten vom Strafraumgefummelspitzkick über Freistoßschlenzer bis hin zum spektakulären Scherenschlag, brachten jedoch allesamt nicht den gewünschten, allseits erwarteten und von den Anhängern geforderten Erfolg. Der gewonnene Punkt zumindest sorgte in Kombination mit dem positiven Torverhältnis für die sichere Qualifikation für das Spiel um Platz 3.
Etwa eine halbe Stunde später, als die Enttäuschung über den verpassten Finaleinzug etwas verflogen war, traten die Blau-Weißen zum Duell mit dem FC St. Georgen an, dessen Lehrstunde in der Kirchzartener Halle noch fast allen Waltershofener Akteuren in Erinnerung war. Hier stand man nun auf dem tadellosen Naturrasen, um Wiedergutmachung zu betreiben. Und nebenbei den einzigen noch freien Platz auf dem Siegertreppchen zu ergattern. Es war an der Zeit, gegen ernstzunehmende Kontrahenten Stärke und Siegeswillen zu zeigen. Der bis dahin glücklose Thomas Rees machte den Anfang, nutzte die allererste Unachtsamkeit der Grünen für einen Tempovorstoß und spitzelte die Pille zur Führung in die Maschen. In der Folge entwickelte sich eine spannende Partie mit leichten Vorteilen für den SVW. Für große Freude beim gesamten Team und seinen Anhängern sorgte das 2:0, wiederum durch Thomas, das den Protagonisten Sicherheit und Selbstvertrauen gab, um den FC St. Georgen am heutigen Tag deutlich und verdient zu besiegen. Die Krönung einer couragierten und disziplinierten Leistung war dann Hannes‘ letzter Streich, der einen butterweichen Flugball aus dem Hercherfuß per eingesprungenem Kopfballlupfer zum 3:0 Endstand versenkte.
Minimalziel erreicht. Dritter von acht. Und die einhellige Meinung, dass man als mit Abstand beste Mannschaft ja nicht zu Siegen verdammt sein müsse, sondern auch mal anderen etwas gönnen kann! Herzlichen Glückwunsch, VfR Umkirch, zum Turniersieg. Und vielen Dank an die Gastgeber aus Gottenheim für einen gelungenen Nachmittag.
Ach Halt! Der Schinkenspeck. Den gab es diesmal nicht, aber eine flüssige Trophäe, die die Planungen für das nächste AH Kabinenfest vorantreiben wird

SVW holt in Kirchzarten einen Schinkenspeck

Zehn Jahre nach dem letzten Auftritt der Waltershofener Alten Herren beim Hallenturnier des SV Kirchzarten trat am vergangenen Wochenende wieder eine AH-Truppe im Dreisamtal an. Man beendete den Wettbewerb auf einem respektablen siebten Platz und konnte anschließend sehr herzliche Worte der Turnierleitung, Applaus von allen Seiten und ein 2-Kilo-Stück Schwarzwälder Schinkenspeck in Empfang nehmen. Offen blieb bisher nur, ob es sich dabei um eine Wandertrophäe handelt.

Lange schon war klar, dass die Spur der Blau-Weißen Routiniers irgendwann zurück in die offiziellen Wettkämpfe führen würde und in diesem Winter hatte Coach Frank Gutmann endlich ernst gemacht. Kaum hatten die ersten Ü35er Interesse gezeigt, war auch schon ein Team gemeldet. Ins Aufgebot hatten es geschafft: Manuel Hercher, der bei -11 Grad Außentemperatur den Hallenfußball der Waldarbeit vorzog, Stefan Weidner, dessen lädierter Rücken rechtzeitig zum Showdown wieder belastbar war, Frank Strohbach, der im Abschlusstraining nochmal mit einem blauen Auge davongekommen war, Hannes Leistert, der nach seinem Debüt in der Zweiten Aktivenmannschaft jetzt mehr wollte, Thomas Rees, der sein Warm-Up auf der Piste absolviert hatte, Volker Müller, auf dessen Spielerpass die Tinte noch feucht war, und der Spielertrainer Frank Gutmann, für den so ein Hallenturnier ohnehin nur die kleine Schwester seiner sonntagmorgendlichen Skitour ist. Dieser prominenten Truppe fehlte lediglich ein gelernter Torhüter, doch die Alternativlösungen waren bereits im Voraus beschlossen worden. Als erstes Highlight feierte man schon in der Kabine die Enthüllung eines nagelneuen Trikotsatzes. Nachdem die Rückennummern, Hosengrößen und Zuordnung von R- und L-Stutzen zu den entsprechenden Füßen geklärt waren, konnte ins Geschehen eingegriffen werden. Noch vor dem Anpfiff gab’s aber das zweite Highlight für die Kicker, nämlich einen lautstarken Empfang durch den mitgereisten Waltershofener Fanclub.
Mit ordentlich Rückenwind ging es also in die erste Partie gegen den FC Freiburg-St. Georgen. Leider erhielt man in den folgenden elf Minuten dennoch eine kleine Lehrstunde in Sachen Hallenfußball. Die hoch aufgeschossenen Grünen verstanden es, die Waltershofener mit klarem, überlegtem Passspiel und cleveren Laufwegen vor große Probleme zu stellen. Manuel, der das Tor hütete, hörte es viermal klingeln, während der SVW durch Hannes, den frischgebackenen Captain, nur zu einem Ehrentreffer kam. Die Stimmung im Team bekam einen Dämpfer, doch kaum auf den Zuschauerrängen angekommen, wurden die Akteure von ihren Anhängern wieder aufgebaut.Als die Köpfe wieder erhoben waren, besann man sich für die anstehende Begegnung mit der Spvgg Buchenbach auf die eigenen Stärken und feilte gemeinsam an der taktischen Ausrichtung. Statt des erfolglosen Zwei-hinten-zwei-vorne-Konzeptes entschied sich die Truppe für einen konsequenten Abräumer zur Sicherung des verstärkten Mittelfelds und eine Speerspitze zur Vollstreckung der Offensivaktionen. Quasi eine Raute mit übergewichtigem Mittelfeld. Und siehe da, ein völlig andesSpiel entwickelte sich. Die Tuniberger konnten massiven Druck auf den Gegner ausüben und erzwangen zahlreiche hochkarätige Torchancen. Allein die Sache mit der Vollstreckung schien noch nicht ganz ausgereift zu sein. Weil nach endlosen elf Minuten noch immer die Null stand, die Dreisamtäler aber einmal eingenetzt hatten, ging man auch diesmal als zweiter Sieger vom Platz. Neben der Aufmunterung durch die Fangemeinde, wurde den Waltershofener Oldies nun auch noch das Mitleid der Turnierleitung zuteil, die den Blau-Weißen trotz des negativen Ausgangs eine ansprechende Leistung bescheinigte. Kurzerhand erklärten die sympatischen Offiziellen den SVW zur Mannschaft der Herzen. Das gab wieder mentalen Aufwind. Gegen den Titelverteidiger FSV Stegen wollte man einiges noch besser machen. Die grundsätzliche Ausrichtung schien jetzt zu stimmen, die Aktionen waren aber bisher noch zu ungestüm und überstürzt gewesen. Mit mehr Ruhe wollte man jetzt zu Zählbarem kommen. Der mittlerweile installierte Keeper Stefan wollte de Partie mit weißer Weste beenden und vorne war endlich der Lohn für die bisherigen Bemühungen fällig. Manches klappte, manches nicht. Angesichts von abgefälschten Schüssen und Stegener Tikitaka-Kombinationen wurde Stefan zur armen Sau der Partie, andererseits zündete Manuel den Turbo schloß so manchen ordentlichen Spielzug gewaltsam ab. Eine 2:1 Führung gab man leichtfertig ab, geriet mit 2:4 in Rückstand und konnte am Ende mit einem 4:4 ganz gut leben. Ein Punkt und vier Hercher-Tore gaben auch den SVW-Ultras Anlass zu schier grenzenlosem Jubel. War das ein Quattrick? Die abgerufene Leistung entsprach jetzt also den hohen Waltershofener Ansprüchen. Leider waren aber die Chancen auf den Einzug in die K.O.-Runde dahin. Und so blieb als Ziel für die Partie gegen Neustadt-Hölzlebruck, sich mit einem souveränen Sieg aus dem Turnier zu verabschieden. Um auf Nummer sicher zu gehen, wurde der entgleiste Flüssigkeitshaushalt mit einem Schorletablett wieder aufgefangen. Einem letzten Torwartwechsel zufolge zeigte sich jetzt Thomas im Leuchtjersey. Der Plan war, den Gegner im kontrollierten Überzahlspiel auszugucken und dann eiskalt zuzuschlagen. Hannes, der total angefressen war, weil er gegen die vorherigen drei Gegner zuvor noch niemals verloren hatte (auch nicht in der Halle), nahm also den rausgerückten Keeper mit ins Boot, um mit dem ebenfalls angefressenen Manuel, der sich noch immer über ein Luftloch ärgerte, bereits aus der Defensive heraus Druck aufzubauen. Somit konnten Volker über rechts und Coach Frank über links in die Räume starten und Verwirrung bei den Gelben stiften. In Sachen Spielkultur machte Hölzlebruck seinem Namen alle Ehre. Der Fall war klar, Blau-Weiß hatte die Fäden in der Hand. Frank ließ es sich dann nicht nehmen, seine Truppe persönlich in Führung zu bringen. Und wenig später auszugleichen. Die Schwarzwälder erzwangen nämlich das 1:1 in einer Phase, in der der SVW gerade richtig Fahrt aufnehmen wollte. Aber es half ja nichts, weitermachen war die Devise. Von den Rängen donnerten Sprechchöre in die Halle, die den Waltershofenern neuen Schub gaben. Mit dem 2:1 durch Manuel war man dann wieder in der Spur angekommen und setzte das Unternehmen Abschlusssieg fort. Es folgte allerdings eine Phase, in der die Brucker ihr körperbetontes Spiel intensivierten und mit allen Mitteln auf Torchancen drängten. Als der Schiedsrichter bereits ein, zwei Situationen recht eigenwillig beurteilt hatte, hieß es plötzlich: Freistoß an der Waltershofener Strafraumkante. Erst im zweiten Anlauf brachte der Schütze die Pille auf’s Tor, allerdings dann aus sehr kurzer Distanz und für den Torwart sehr spät zu erkennen. Der Beinschuss war unvermeidbar. 2:2. Sollte das Projekt etwa scheitern? Nein, Frank Strohbach hatte etwas dagegen. Er nahm sich ein Herz, opferte einen der neuen Strumpfstutzen, und rückte die Welt wieder gerade. 3:2 in den Schlusssekunden. Die Halle bebte. Auf der Tribüne drohte die Eskalation. Während die Waltershofener Groupies kurz vor dem Blankziehen waren, lag sich die Turnierleitung weinend in den Armen. Gleichzeitig dankten alle weiteren Teams dem Herrgott, dass ihnen die Finalspielbegegnung mit einem SV Blau-Weiß Waltershofen in dieser Verfassung erspart blieb. Und dann ertönte ein Pfiff. Hölzlebruck war besiegt und Waltershofen ist wieder eine Adresse auf der südbadischen Altherren-Landkarte.

SV Waltershofen AH – ASV Merdingen AH 3:0

Das AH Team des SV Waltershofen hatte am Mittwochabend die Merdinger zu Gast und ging als verdienter Sieger vom Platz. Für die Blau-Weißen soll das der Auftakt zu einer neuen Siegesserie werden, nachdem man erst im Juli gegen eine Freiburger Juristenauswahl eine solche Serie überraschend beenden musste.

Für die Partie gegen den ASV Merdingen gelang es den Waltershofenern eine schlagkräftige Truppe aufzustellen und trotz einiger Ausfälle mit 15 Mann aufzulaufen. Doch zunächst, auch für die Teilzeit-Experten, was heißt eigentlich AH? Alles Hipster? Nicht wirklich. Arrogante Hochstapler? Natürlich nicht. Alte Herren! Sozusagen die Best-Ager der praktizierenden Vereinsmitglieder. In der Regel wird in dieser Kategorie mit Ü35 oder Ü40 Teams gespielt. Da das Waltershofener Team jedoch nicht am offiziellen Spielbetrieb teilnimmt, sieht man’s mit der Altersbeschränkung nicht so eng. In Absprache mit den Gegnern werden hier regelmäßig Perspektivspieler in die Mannschaft integriert. So auch am Mittwoch. Da von hinterm Berg allerdings ein eher routiniertes Team anreiste, ergab sich für diese Begegnung eine nicht zu übersehende Altersdysbalance.

Der SVW begann die Partie selbstbewusst. Der Dreier-Abwehrriegel gab von Beginn an Sicherheit für ein offensiv ausgerichtetes Spiel. Defensivorganisator Manuel Hercher machte im Verbund mit den zuverlässigen Abräumern Marcel Kohler und Frank Gutmann hinten dicht. Bereits beim Abklatschen vor dem Anpfiff mussten seine Mannschaftskameraden schmerzhaft erfahren, dass er es heute ernst meinte. Komfortabel wurde die Situation dadurch für Enzo L’Altrella zwischen den Pfosten. Der AH Debütant blieb abgesehen von wenigen Szenen, die er mit Bravour löste, beschäftigungslos. Unglücklich (allerdings gewollt) war nur sein Wirken in der aufgezwungenen Spielführerrolle. Seine Ausbeute aus der Platzwahl: Spiel gegen die Sonne und Anspiel für den Gegner. Im Mittelfeld versuchten Jochen Kern, Hannes Leistert und Thomas Rees die Fäden zu ziehen und dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken. Der Plan war, über die Flügelflitzer Mark Arenz und Richard Mayer vorzustoßen und das Stürmerduo Marco Müller/Markus Tröller Gewinn bringend einzusetzen. Leider waren die Waltershofener Bemühungen gerade in der ersten Halbzeit, die vom exzellent leitenden Schiri Volker Müller auf 40 Minuten festgelegt worden war, nicht immer souverän und zielführend. Die Akteure zeigten zu häufig Mängel in der Ballverarbeitung und konnten so kein überzeugendes Spiel nach vorne aufziehen. Zwar standen die Merdinger gut geordnet und wirkten in ihren Aktion abgestimmt und eingespielt; dennoch war klar, dass es für die Hausherren viel Luft nach oben gab und man diese Partie deutlicher hätte dominieren müssen. Darüber hinaus galt es, die Torabschlüsse zwingender zu gestalten, um den erfahrenen Gästekeeper endlich zu überwinden.

Die Startelf der Blau-Weißen wurde übrigens per WhatsApp von Stefan Weidner aufgestellt, den familiäre Verpflichtungen um einen Derbyeinsatz brachten. (Selbst vor den Alten Herren macht der technische Fortschritt nicht Halt!) Auf sein taktisch-strategisches Verständnis geht außerdem das Positions-Rotations-Block-Wechselsystem zurück, das als Weiterentwicklung des zuletzt angewandten, aber erfolglosen Anti-Positions-Rotationssystems zu sehen ist. Demzufolge konnten sich Rolf Streit und Frank Strohbach sowie Ben Fuchs und Benni Kögel nach ihren Einwechslungen sofort nahtlos in das bestehende Gefüge einordnen. Auch die weitere Handhabung der fliegenden Wechsel gelang mühelos und jede Position konnte bei Bedarf mit frischen Beinen besetzt werden. Bedauerlicherweise konnten weitere bewährte Kräfte nicht eingesetzt werden. Reinhard Glöckler soll derzeit in der Major League Soccer neues Spielermaterial sichten, während Florian Hug sich beim sportlichen Fremdgehen ein Bein ausgerissen hat. Also abgerissen. Oder einen Muskel. Faser. Bündel.

Durchgang zwei. Die gemeinsamen Überlegungen während der Halbzeitpause sollten Früchte tragen. Ball- und Passsicherheit hielten Einzug ins Waltershofener Spiel und damit auch Dominanz über das Team von der Tunibergrückseite. Klare und zügig vorgetragene Ballstafetten brachten die Heimmannschaft nun ein ums andere Mal in ausichtsreiche Position vor dem gegnerischen Torwart. Das Waltershofener Mittelfeld war besser strukturiert. Über die Außen ließ man nichts anbrennen und die Kreativabteilung hinter den Spitzen bekam mehr Zugriff auf das Spiel. Bereits in der 44. Minute verwertete Marko Müller eine Vorlage des gut aufgelegten Jochen Kern sehenswert zum 1:0. Vorausgegangen war ein sauber geklärter Gästeangriff, in dessen Folge ein Merdinger am Boden geblieben war. Die Frage, ob die Pille ins Aus gespielt werden müsse, wurde schnell verworfen, als der Angreifer sich wieder aufrappelte. Stattdessen zappelte die Pille nun also erstmals im Netz.

Nur wenige Minuten später war es erneut Müller, der die Defensivabteilung der Gäste in Schwierigkeiten brachte. Beinahe schon im Zweikampf festgedribbelt, gelang ihm per Beinschuss ein Pass in den freien Raum auf Höhe des Elfmeterpunktes. Gedankenschnell explodierte sein kongenialer Partner Markus Tröller und versenkte das Ding in Stürmermanier mit dem rechten Außenrist. Fußballästheten hätten hier einen Schlenzer mit links gefordert, aber Wer trifft, hat recht! 2:0, 51. Minute.

Das Geschehen war nun unter Waltershofener Kontrolle. Allerdings schafften es die Ballverteiler des ASV vereinzelt doch noch, ihre flinken Stürmer einzusetzen, und so war in der Hintermannschaft der Gastgeber stets Aufmerksamkeit gefordert. Auch L’Altrella im Kasten konnte die Partie noch nicht endgültig abhaken. Vielmehr brauchte es noch einmal sein beherztes Eingreifen um die Null zu sichern. Wie allen anderen, war auch ihm klar, mit einem dritten Treffer musste man den Sack zumachen.

So kam es dann auch in der 72. Spielminute, als die Partie in einem Luftduell entschieden wurde. Kleines dickes Mü.., nein, Moment… der hoch aufgeschossene bayrische Sturmtank Marko Müller schraubte sich inmitten etwa 26 gegnerischer Abwehrspieler ins Dachgeschoss und köpfte von dort mustergültig in die Merdinger Maschen. Ungefährdet ließ man die restlichen acht Minuten von der Uhr laufen und freute sich derweil über die beste Idee des Tages, nämlich bereits vor dem Spiel ausreichend Bier kaltstellen zu lassen.

Als später die erfreulich großen Zuschauermassen das Krebsbachstadion wieder verlassen hatten, bot sich den erschöpften Akteuren beider Vereine Gelegenheit, den Abend bei Pizza und Kaltgetränken auf der Clubheimterrasse gemütlich ausklingen zu lassen.

Derbysieg!

Torschützen: M.Müller (2), M.Tröller

SV Waltershofen AH – VfR Umkirch AH 3:1 (3:1)

Beim ersten öffentlichen Auftritt im Jahr 2015 setzten die Alten Herren des SVW ihre Siegesserie des letzten Jahres fort. Gegen den Lokalrivalen aus Umkirch kam man zu einem verdienten 3:1-Sieg. Der SVW erwischte einen super Start in die Partie, denn bereits der erste Eckball brachte die 1:0-Führung. Die butterweiche Flanke von Thomas Rees verlängerte Marco Müller per Kopf ins Tor. Das akribische Einstudieren solcher Standards im Training zahlte sich somit endlich aus. Nur wenige Minuten später bem zweiten Eckball fiel auch schon das 2:0. Dieses mal konnten die Umkircher die Flanke klären, aber nicht gut genug. Waltershofen blieb in Ballbesitz und Hannes Leistert erzielte mit einem strammen Flachschuss den zweiten Treffer. Mit dieser scheinbar beruhigenden Führung ließen es die Waltershofener etwas langsamer angehen und ließen die Gäste immer besser ins Spiel kommen. In der Abwehr gab es den einen oder anderen Wackler, aber größtenteils stand man stabi. Den Anschlusstreffer zum 2:1, ebenfalls nach einer Ecke, konnte man aber nicht verhindern. Für Beruhigung auf Waltershofener Seite sorgte dann aber wieder Manuel Hercher, der mit einem Traumtor aus fast 30 Metern das 3:1 erzielte. Die Unterlagen für die Bewerbung zum Tor des Monats wurden bereits eingereicht.
Aufgrund der heranziehenden Gewitterfront ging es nach einer nur kurzen Pause weiter. Waltershofen, von Betreuer Jürgen Allgeier perfekt auf den zweiten Durchgang eingestimmt, konnte nun wieder mehr Akzente setzen. Immer wieder wurde der pfeilschnelle Markus Tröller im Sturm steil geschickt, er scheiterte aber mehrfach nur knapp. Die Abwehr des SVW stand weiterhin ihren Mann und Goalie Christian Rock konnte sich mehrfach auszeichnen. Selbst von einem groben Foul seines eigenen Liberos ließ er sich nicht beeindrucken. Waltershofen schaukelte den Sieg dann sicher nach Hause und darüber dass die zweite Hälfte aufgrund des nun bedrohlich nahen Gewitters 7 Minuten früher als normal abgepfiffen wurde, beschwerte sich auch niemand mehr. Anschließend wurde zusammen mit den Akteuren des VfR Umkirchs das Derby noch ausgiebig diskutiert und analysiert.

Aufstellung:
Ch.Rock
M.Hercher, F.Gutmann, St.Weidner, F.Strohbach (R.Glöckler)
Ch.Bodin, R.Maier, H.Leistert, M.Müller (B.Kögel)
M.Tröller, Th.Rees (M.Rock)
Torschützen: M.Müller, H.Leistert, M.Hercher

Die Alten Herren suchen „Nachwuchs“

Die Alten Herren des SVW suchen „Nachwuchs“. Wer Lust hat, mal wieder in geselliger Runde und ohne Erfolgsdruck dem runden Leder nachzujagen, der ist bei den Alten Herren des SVW herzlich willkommen. Wir sind eine bunt gemischte Truppe, bei der der Spaß am Kicken und die Geselligkeit absolut im Vordergrund steht. Training der AH ist jeden Mittwoch, ab 20.30 Uhr auf dem Sportplatz in Waltershofen. Bei Interesse einfach mal vorbei kommen. Auf das Alter schauen wir nicht so genau; auch „Youngsters“ für die, die Aktiven eine Nummer zu groß sind und absolute Oldies sind bei uns immer gern gesehen.
Nähere Infos gibt es auch bei unserem Teamchef, den man unter folgender Email-Adresse erreichen kann: frank.gutmann@svwaltershofen.de
Also, runter vom Sofa und rein in die Kickschuhe!