SG Wolfenweiler/Ebringen AH – SV Waltershofen AH 1:1 (1:0)

Punkteteilung bei der Auswärtspremiere

Ein packendes Match lieferten sich die Waltershofener Alten Herren am vergangenen Mittwochabend mitten im Rebberg mit der SG Wolfenweiler-Schallstadt/Ebringen. Am Ende hieß es 1:1 Unentschieden und nach 80 Minuten blickte man zurück auf eine Menge verpasster Torchancen und eine weitere Menge verpasster Chancen des Gegners, so dass sich als Fazit geradezu die geistreiche Floskel aufdrängt: Ein Punkt ist ein Punkt, nicht mehr und nicht weniger!
Für die Blau-Weißen war es die zweite Vorstellung im Bezirkspokal 2018/2019, diesmal auf fremdem Platz. Die Hausherren hatten in der Auftaktpartie den SV Opfingen knapp geschlagen und stellten damit einen nicht zu unterschätzenden Gegner dar. Seitens der Tuniberger stellte man sich auf ein Spiel auf Augenhöhe ein, das man aber mit der üblichen Herangehensweise für sich entscheiden wollte. In der Vorbereitung legten die Waltershofener noch eine Schippe drauf. Neben dem gewohnten Trainingseifer in der spielfreien Woche legte man ein besonderes Augenmerk auf die akribische Analyse der Rahmenbedingungen. In regelmäßigen Abständen wurden die medizinischen Befunde der SVW Akteure abgefragt, um Fitnesslevel und Einsatzbereitschaft abschätzen zu können. Die zu erwartenden Witterungsbedingungen und das erfolgversprechendste Schuhwerk wurden lang und breit durchdiskutiert und Google Maps wurde bemüht, um die exakten Abmessungen des nagelneuen Kunstrasens zu ermitteln. Nur von der Getränkekarte des Ebringer Clubheims wollte man sich an diesem Abend überraschen lassen.
Zwar blieb die Grundformation mit den beiden Viererketten hinter einem Offensiv-Duo auch diesmal bestehen, jedoch warf man noch während der Anfahrt ins Schönbergstadion die Rotationsmaschine an und ordnete das verfügbare Spielermaterial folgendermaßen auf dem virtuellen Spielfeld an. Enzo erneut zwischen den Pfosten. Wie am Schnürchen aufgereiht, bildeten Frank G. links, Stefan W. rechts und Stefan N. und Manuel mittig das Abwehrbollwerk. Davor sollten zentral Hannes und Florian A. agieren, flankiert von Richard links und dem ebenfalls linksfüßigen Jochen rechts. Simon S. und Thomas bildeten die Doppelspitze. Die Edeljoker Kilian, Marco und Frank S. standen in den Startlöchern und als eiserne Reserve hielt sich der angeschlagene Volker zur Verfügung. Die Marschrichtung lautete gegen die SG Wolfenweiler-Schallstadt/Ebringen: vorwärts. Ungewohnt früh lief die Gutmann-Elf den Gegner bereits an dessen Strafraum an und riss damit von Beginn an die Kontrolle über das Spielgeschehen an sich. Notgedrungen wählten die Platzherren immer wieder den langen Ball für ihre Offensivaktionen, was allerdings angesichts einer tadellosen Abwehrleistung der Gäste ein ums andere Mal verpuffte. Die blau-weißen Bemühungen waren dagegen zielstrebiger, ohne jedoch den Ebringer Torhüter in wirkliche Schwierigkeiten zu bringen. Hätte Waltershofen die Überlegenheit der ersten halben Stunde in Tore ummünzen können, wäre bereits hier ein Abbiegen auf die Siegerstraße möglich gewesen. Die Begegnung nahm aber einen ganz anderen Verlauf, als die Routiniers vom Schönberg mit ihrer ersten gefährlichen Aktion, einem direkten Freistoß aus 20 Metern, die 1:0-Führung markierten. Die Verhältnisse waren damit sprichwörtlich auf den Kopf gestellt und im Team der Tuniberger hatte man bis zum Halbzeitpfiff mit einer augenscheinlichen Unbeholfenheit zu kämpfen. Der Entscheidung, mit der gleichen Konstellation zu beginnen, wie man Hälfte eins beendet hatte, folgte leider die Tatsache, dass man in der zweiten Halbzeit noch immer nicht souveräner auftrat. Zwar erzwang man schon bald ein Eigentor der SG zum 1:1 Ausgleich, doch in einer Reihe von brenzligen Strafraumaktionen strapazierte man nun die Nerven des eigenen Keepers und der mitgereisten Fans auf der Gegengerade. Trotz des sichtbaren Willens, das Spiel weiter in Richtung des großgewachsenen Ebringer Schlussmanns zu verlagern, ließen die SVW Oldies in dieser Phase zu viele hochkarätige Chancen des Gegners zu. Entscheidend für den letztendlichen Punktgewinn war, dass man diese 15 bis 20 Minuten ohne erneuten Gegentreffer überstehen konnte. Ausschlaggebend für den letztendlichen Punktverlust war wiederum, dass man in den letzten 20 Minuten der Partie fahrlässig mit den eigenen Möglichkeiten umging. Immer wieder gelang es, Abschlusschancen zu kreieren, doch weder per Lupfer noch per Schlenzer traf man ins Gehäuse. Als die Rot-Weißen aufgrund einer Zeitstrafe die Schlussminuten in Unterzahl zu absolvieren hatten, scheiterte der jetzt stürmische SVW gar mit eingesprungenen KungFu-Tritten (natürlich nur gegen den Ball) und satten Direktabnahmen aus kürzester Distanz. Einer der Akteure, die an diesem Abend eine sehr gute Leistung zeigten, war der Unparteiische. Seiner unauffälligen, aber tadellosen Spielleitung war eine Alt-Herren-Begegnung ohne größere Vorkommnisse zu verdanken, am Ende derer man sich gegenseitig zur Punkteteilung gratulieren konnte.
Um mit einer ebenfalls geistreichen Floskel zu schließen: Auswärts ein Punkt und zuhause gewinnen! Das gilt doch seit jeher als Erfolgsrezept des gepflegten Ü35 Fußballs. In diesem Sinne freuen sich die Waltershofener auf das prestigeträchtige Derby in Opfingen, wo natürlich nur ein Sieg zählt.

Aufstellung:
E.L’Altrella
F.Gutmann, St.Nußbaumer, M.Hercher, St.Weidner
R.Mayer, H.Leistert, F.Amrein, J.Kern
Th.Rees, S.Stork
Eingewechselt: K.Dettinger, M.Müller, F.Strohbach
Torschütze: Eigentor

Bilder und Videos vom Spiel.

SV Waltershofen AH – FC Freiburg-St.Georgen AH 1:0 (1:0)

Erfolgreicher Start in den Bezirkspokal
Ob „Angstgegner“ die richtige Bezeichnung wäre, sei dahin gestellt. Aber dass man es mit dem FC Freiburg-St.Georgen mit einer echten Hausnummer des hiesigen Alt-Herren-Fußballs zu tun bekommen würde, daran hatte niemand Zweifel. Das Lehrstück aus der Kirchzartener Halle vor zwei Jahren, als man von den Grünen zurechtgespielt wurde, war in den Waltershofener Köpfen noch präsent. Und beim Treffen zum ersten Kräftemessen in der Bezirkspokalsaison 2018/2019 war den blau-weißen Gastgebern auch allerhöchstens ein vorsichtiger Optimismus anzusehen. Die St. Georgener erweckten dagegen allesamt den Eindruck, seit dem letzten Aufeinandertreffen fünf Jahre verjüngt und mindestens einen Kopf größer geworden zu sein.
Was blieb den Hausherren also anderes übrig, als sich auf die eigenen Stärken zu besinnen und sich mit einem detailliert ausgefuchsten, flexiblen Matchplan in das Pokalabenteuer zu stürzen. Die eigenen Stärken waren schnell ausgemacht. Wie in den vergangenen Freundschaftsspielen wollte man wieder aus einer geordneten Defensive heraus agieren und mit taktischer Cleverness das Spiel bestimmen. Konsequente Besetzung aller Positionen und das Zuschieben der Räume, um die spielstarken Gäste nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Taktische Disziplin und die Geduld, auf sich bietende Offensivgelegenheiten zu warten, waren die Erfolgsfaktoren in der Vergangenheit und wurden auch diesmal von Chefstratege Hannes unermüdlich eingefordert.
Auf der Grundlage seiner Überlegungen wurde in der vergangenen Woche noch von einem inoffiziellen Mannschaftsrat die personelle Besetzung festgelegt. Bis spät in die Nacht diskutierte man auf dem Hercherfest alle möglichen Konstellationen durch, um am Mittwoch die passende Aufstellung präsentieren zu können. Mit folgendem Ergebnis.
Enzo, der nach dem vergangenen Wochenende ein Erfolgserlebnis bitter nötig hatte, war für das Halten der Null verantwortlich. Davor sicherten Stefan N. und Volker das Zentrum, wobei Letzterer erst lange nach dem Anpfiff von seinem eigentlichen Auftrag erfuhr. Die Außenbahnen besetzten Stefan W. und Frank G., die mit ihren Vorderleuten Jochen und Thomas die Offensivaktionen über die Flügel ins Rollen bringen sollten. Das Steuerzentrum der Tuniberg-Elf bildeten Florian A. und Hannes, in der Abteilung Attacke standen Marco und Frank S. auf dem Platz. Die Hochkaräter Simon und Kilian standen an der Linie parat um schnellstmöglich ins Geschehen eingreifen zu können. Mit Manuel, Dominik, Albrecht, Florian H. und den Glöcklerbrüdern Reinhard und Norbert, sowie Richard standen einige spielberechtigte Ü35er leider nicht zur Verfügung. Andererseits zeigt die Liste aber auch, welches Potenzial bei den Waltershofenern noch schlummert.
Auf steinhartem Geläuf nahm man also das Duell mit den St. Georgenern auf. Geleitet von einem Unparteiischen, der mutmaßlich die 35er-Grenze noch nicht überschritten hatte, entwickelte sich ein munteres Spielchen, das mehr von Körperlichkeit und internationaler Härte geprägt war als von Anmut und Grazie. Robust geführte Zweikämpfe waren die Regel, feine Spielzüge eher die Ausnahme. Im gleißenden Licht der Flutlichtstrahler operierte der Gast mehr als erwartet mit Langholz, während die Bemühungen der Gastgeber sich zunächst auf auf die eigene Sortierung konzentrierten. Im Laufe der Partie kamen beide Teams immer wieder zu Strafraumszenen, jedoch ergab sich nichts Zwingendes. Erst kurz vor dem Halbzeitpfiff bewies Sturmtank Kilian einen exzellenten Torriecher, als er einen verunglückten Spielaufbauversuch des Gästekeepers erlief und aus zwanzig Metern eiskalt zum 1:0 einnetzte. Das Tor des Spiels war gefallen.
Die wohlverdiente Halbzeitpause, die die Gutmann-Truppe traditionell zur Neuausrichtung nutzt, verging wie im Flug und noch ehe alle erdenklichen Wechselmöglichkeiten zu Ende analysiert waren, ertönte der Wiederanpfiff. Die grünen Hünen verfolgten weiterhin ihre forsche Gangart, was von den Waltershofenern teilweise erwidert und teilweise moniert wurde. Volker, der seinen bereits im ersten Durchgang erhaltenen Elch als Lamm bezeichnet hatte, obwohl es sich zweifellos um einen Pferdekuss handelte, erlitt nun eine weitere Muskelverletzung, die zwar namenlos blieb, ihn aber zur Aufgabe zwang. Aufgrund – oder trotz – verschiedener Umstellungen im 4-4-2 des SVW gelang es aber in der Folge weiterhin, alle gegnerischen Angriffe unwirksam zu machen. Vielmehr boten sich den Blau-Weißen noch einige gute Möglichkeit zum Ausbau der Führung. Hannes, Simon und Kilian sowie Jochen gleich doppelt, verpassten das 2:0 jeweils um Haaresbreite. Sei’s drum, dachte man sich als der Schiedsrichter nach 90 von vorgesehenen 80 Minuten die Partie beendete, und feierte den ersten Sieg im ersten echten Pflichtspiel der letzten Jahre.
Obwohl der ungewohnte Hartplatzfight den meisten noch einige Tage in den Knochen stecken würde, zeigte sich das gesamte Team begeistert vom errungenen Erfolg. Der erste Dreier konnte verbucht werden und man kann mit ordentlichem Selbstvertrauen in die kommenden Pokalbegegnungen gehen. Mit einem Kunstrasenspiel in Ebringen und einer Rasenpartie bei den Opfinger Nachbarn stehen stehen zumindest Matches auf angenehmem Untergrund an. Die Punktejagd kann also weitergehen.
Aufstellung:
E.L’Altrella
F.Gutmann, St.Nußbaumer, V.Müller, St.Weidner
Th.Rees, H.Leistert, F.Amrein, J.Kern
F.Strohbach, M.Müller
Eingewechselt: K.Dettinger, S.Stork
Torschütze: K.Dettinger

SV Waltershofen AH – ASV Merdingen AH 2:1 (1:1)

Waltershofener Alte Herren können einfach nicht verlieren!
Die seit Sommer 2016 anhaltende Siegesserie der AH aus Waltershofen wurde am vergangenen Mittwoch um einen Triumph erweitert. Wie damals waren auch diesmal wieder die Routiniers von der Tunibergrückseite zu Gast im Krebsbachstadion und mussten am Ende des Tages die Heimreise nach Merdingen mit leeren Händen antreten. Den blau-weißen Gastgebern gelang dabei das Kunststück, die Partie ohne einen selbst erzielten Treffer mit 2:1 zu gewinnen.
Dass die Begegnung überhaupt zustande kommen sollte, hatte bis im Frühjahr zumindest in Waltershofen noch niemand glauben können. Die Querelen beim letzten Zusammentreffen in Merdingen hatten vermuten lassen, dass der Derbyklassiker für eine Zeit lang auf Eis gelegt werden könnte. Doch in einem Anflug von „Schwamm drüber“ hatten die Verantwortlichen des ASV wieder den Kontakt zu Teammanager Frank Gutmann gesucht und ein erneutes Match in die Wege geleitet. Und damit ergab sich für die SVW Veteranen eine weitere Gelegenheit, die Vormachtstellung am Tuniberg in Stein zu meißeln.
Der zuletzt verunglückte Marco Müller, dessen Oberarm sich eines optimalen Heilungsrozesses erfreut, nahm die große Bürde des Schiedsrichteramtes auf sich – und bestand mit Bravour. Eine nicht einfach zu leitende Begegnung, die in der Schlussviertelstunde erneut in Richtung Schlammschlacht zu kippen drohte, brachte er souverän über die Bühne. Keine mutwillig Verletzen, keine eskalierenden Konflikte, damit war seine Bilanz einwandfrei.
Die personelle Lage der Waltershofener war Tage vor der Partie noch unklar gewesen, weil der ursprünglich gemeldete Kader durch Verletzungs- und Verpflichtungspech durcheinander geraten war. Dennoch stand man zu Spielbeginn mit einer schlagkräftigen 14-Mann-Truppe auf dem Rasen und ging, zumindest aus eigener Sicht, als Favorit ins Rennen. Das Fehlen des Abwehrchefs Manuel Hercher erforderte leichte Veränderungen in der Besetzung der Positionen, konnte aber vom modifizierten Abwehrverbund kompensiert werden. Das mit Frank Gutmann, Thomas Rees, sowie Stefan Weidner und Florian Amrein besetzte Defensivzentrum hielt den Bemühungen der Merdinger größtenteils Stand und verstand es über weite Strecken, den Ball nach Eroberung wieder kontrolliert ins Spiel zu bringen. Für Druck nach vorne sorgten die Außenbahnteams mit Volker Müller und Mark Arenz auf der rechten und Richard Mayer, Lukas Dombrowski und später Reinhard Glöckler auf der linken Seite, während Hannes Leistert, welcher auch für die taktische Ausrichtung verantwortlich zeichnete, in der Mitte die Strippen zog. Die Abteilung Attacke bestand aus Frank Strohbach, dem erstmals eingesetzten Ulli Eitner und Benjamin Fuchs. Enzo L’Altrella hütete in gewohnt greller Montur die Waltershofener Hütte.
In den Anfangsminuten war die Gutmann-Elf zunächst damit beschäftigt, die flexibel zu interpretierende Grundaufstellung flexibel zu interpretieren und dabei trotzdem sicher zu stehen und die Spielkontrolle zu erlangen. Nach manchen unnötig brenzligen Situationen groovte man sich aber schließlich ein und es gelang wiederholt, sich durchs Mittelfeld in Schlagdistanz zum Merdinger Kasten zu kombinieren. Nach etwa einer Viertelstunde war bereits erster Ertrag zu verzeichnen. Schussversuche aus der zweiten Reihe waren bis dahin ohne Erfolg geblieben, weshalb die Offensive nun ihr Glück mit scharfen Hereingaben direkt vor das Gehäuse probierte, wo der eingerückte Volker es verstand, das Spielgerät derart zu verarbeiten, dass seinem abfälschenden Gegenspieler nur noch das Eigentor übrig blieb. Allerdings konnte die 1:0 Führung weder ausgebaut, noch sehr lange gehalten werden. Zwar lagen die größeren Spielanteile eindeutig bei der Heimelf, doch durch einen vermeidbaren Freistoß und eine darauf folgende verunglückte Kopfballabwehr ermöglichte man dem Gegner zu egalisieren. Der 1:1 Pausenstand stellte nun keine Katastrophe für die Blau-Weißen dar, insgeheim hatte man sich aber doch mehr erwartet und wollte deshalb im zweiten Durchgang nochmals mehr Gas geben. Außerdem nahm man sich vor, besonders auf den Flanken geordneter zu stehen. Positiv zu bewerten war diesmal die Ein- und Auswechselpraxis, die bisher regelmäßig für chaotische Zustände gesorgt hatte. Waltershofen nahm also in Halbzeit zwei das Heft in die Hand und so dauerte es wiederum nicht lange, bis die Hausherren erneut zum Torerfolg gelangten. Hannes drang von halblinker Position in die Gefahrenzone vor dem Merdinger Tor ein, behielt die Übersicht und bediente mustergültig den heranstürmenden Frank S., der in seiner ganz eigenen Manier seinen Hintermann zu einem weiteren Eigentor zwang. Bitter für die Gäste, aber dennoch ein verdientes 2:1 zu diesem Zeitpunkt. In der Folge dominierte der SVW das Geschehen. Lediglich eine einzige, jedoch hochkarätige Torchance gönnte man den Rot-Blauen noch als nach einer Unachtsamkeit im Abwehrzentrum ein Gästestürmer nur noch vom glänzend parierenden Enzo gestoppt werden konnte. Der knappe Spielstand markierte nach 2 x 40 Minuten den Endstand. Leider wurde die Partie gegen Ende wieder ähnlich hitzig, wie im vergangen Jahr. Den Unterschied machte diesmal Marco als Schiri, der sich die Unruhestifter zur Brust nahm und alle Wogen glätten konnte.
Nach dem Abpfiff war die Welt auch wieder in Ordnung. Die AH Merdingen schien mit der Niederlage leben zu können, die AH Waltershofen war mit der Ausbeute überaus zufrieden. Die latente Uneinigkeit über das erlaubte Maß an „Zuzogene“ und das nicht zu unterschreitende Mindestalter spielte diesmal offenbar keine große Rolle mehr.

Aufstellung:
E.L’Altrella
F.Gutmann, Th.Rees, F.Amrein, M.Arenz, St.Weidner
R.Glöckler, H.Leistert, R.Maier, V.Müller, L.Dombrowski
F.Strohbach, U.Eitner, B.Fuchs
Torschützen: Eigentore (2)
Schiedsrichter: Marco Müller

SV Opfingen AH – SV Waltershofen AH 0:1 (0:0)

Derbysieg mit bitterer Pille
Nicht die angekündigten Schwülegewitter waren es, die am Vatertagsvorabend gegen halb neun krachend über das Altherren-Derby in Opfingen hereinbrachen. Vielmehr entfuhr das fürchterliche Geräusch Marco Müllers Schulter, der einen zweikampfbedingten Tiefflug mit einer Bruchlandung vollendete. Allen Anwesenden war schlagartig klar: subkapitale Humerusfraktur! Oder wie es nach der Bestätigung durch die Röntgenaufnahmen auch treffend bezeichnet wurde: Arm am Arsch! Eine bittere Pille für die Alten Herren des SVW, die sich auf den wochenlangen Ausfall ihres Siegtorschützen des Abends einstellen müssen. Und eine noch bitterere für Marco persönlich, der nun auf Vieles verzichten muss. Urlaub, Auto fahren, kicken, einarmige Liegestütze mit links.
Nun ja, abgesehen von diesem unglücklichen Vorfall, lief der Abend für die Waltershofener ganz rund. Bereits beim Treffen und der gemeinsamen, ökologisch einwandfreien Anreise per Fahrrad war die Stimmung gut und man konnte die eigene Nervosität und die unterschwellige Ehrfurcht vor dem Gegner mit ein paar plakativen Parolen überspielen. Hannes zumindest hatte in Opfingen noch nie verloren. Im Nachbarort angekommen, ließ man dann eine deutliche Fokussierung auf das Wesentliche erkennen. Der Gipfel der Konzentration war erreicht, als die letzten Teammitglieder samt Bierglas den Weg von der Clubheimterrasse in die Katakomben gefunden hatten. Der Einheitsdress wurde übergestreift und man ging zur taktischen Ausrichtung über, von der man sich den gewinnbringenden Unterschied für die kommenden 2 x 40 Minuten erhoffte. Hannes gelang es dabei zum wiederholten Male, seine ausgereiften taktischen Überlegungen in motivierende Ansagen zu verpacken und somit die Spielanlage der Blau-Weißen auf ein noch höheres Level zu heben.
Auf dem Platz standen sich nun endlich, nach gefühlt jahrelanger Planung, die Roten und die Blau-Weißen gegenüber und es lag ein Hauch von Rivalität in der Luft. Hier muss jetzt hervorgehoben werden, dass die Partie jederzeit fair geführt und von dem einheimischen Referee exzellent geleitet wurde, was für ein Spiel dieser Kategorie nicht ganz selbstverständlich sein dürfte. Die erste Hälfte war also von der Taktik geprägt. Bei etwas mehr Ballbesitz auf Opfinger Seiten neutralisierte man sich nahezu im Mittelfeld. Kein Team war bereit, das Risiko frühzeitig zu erhöhen, um entschiedener auf einen Führungstreffer zu drängen. Dennoch blickten die Waltershofener beim Pausentee auf zwei, drei aussichtsreiche Schusschancen zurück und ärgerten sich, dass sie den Kasten der Hausherren noch nicht zum Klingeln gebracht hatten. Allgemeine Zufriedenheit herrschte allerdings über die disziplinierte Spielart, mit der die Gutmann-Elf das lädierte Spielfeld zunehmend unter ihre Kontrolle gebracht hatte. Folgende Gladiatoren waren an diesem Abend für den SVW im Einsatz. Die Leuchtmontur und die Handschuhe trug Enzo L., das Zentrum der Defensive besetzten der hochmotivierte Manuel H., Derbymanager Stefan W. und ergänzend Treffpunkt-Chiller Florian A., die Außenbahnen wurden bearbeitet von AH-Debütant Lukas D. und Routinier Reini G. auf der rechten sowie dem wieder genesenen Richard M. und Käptn Frank G. auf der linken Seite. Das Mittelfeld komplettierten die Zugezogenen Hannes L. und Thomas R. und die Allzweckwaffe Volker M. hinter den Knipsern Florian H., Marco M. und Frank „the special one“ S.. Erstaunlich, aber nicht unbekannt war dabei, dass diese hochkarätige Truppe es wieder einmal verstand, die eigene Dominanz durch eine fragwürdige Wechselpraxis ins Wanken zu bringen.
Im zweiten Durchgang wollten beide Teams die Entscheidung herbeiführen. Während sich auf beiden Seiten mehr Gelegenheiten ergaben, die Abwehrreihen unter Druck zu setzen, machte die SVW-Bande Nägel mit Köpfen. Florian fand den auf dem Flügel lauernden Reini, der mustergültig auf Marco weiterleitete, welcher in einem Rausch von Torjägerinstinkt zu einem trockenen Flachschuss ansetzte und dem Keeper des SVO keine Chance mehr ließ. Der Bann war gebrochen. 0:1 aus Opfinger Sicht. In der Folge schien zunächst das Gästeteam weiter am Drücker zu bleiben und auf einen  Ausbau der Führung zu drängen. Nachdem aber im letzten Drittel die Präzision für weitere Treffer nicht ausreichte und man, von wenigen Aktionen abgesehen, auch nicht mehr gefährlich in die Box (Fußball-Neudeutsch für Sechzehnmeterraum) kam, hielt die Partie für die Blau-Weißen nur noch einen negativen Höhepunkt bereit. Den tragischen Niedergang des Goalgetters. Nach dem Schock war auch Opfingen nicht mehr in der Lage, Kapital aus seiner Schlussoffensive zu schlagen. Ein letzter Freistoß, der hart an der Grenze zum Strafstoß rangierte, verpuffte kurz vor Abpfiff. Für die Waltershofener Akteure und ihre zahlreich mitgereisten Anhänger stand ein weiterer Derbysieg zu Buche, der die Tunibergkrone noch ein bisschen heller glänzen lässt.
Als man nach einem ausgiebigen Shakehands einträchtig mit den Unterlegenen den Platz verließ, wurde bei Pechvogel Marco gerade die Narkose eingeleitet. Das per Strohhalm verabreichte Flüssiganästhetikum hielt ihn bei Laune, bis sich am Horizont der Notarzt mit Blaulicht ankündigte. Seinen Mitstreitern blieb nur, den Rest des Abends für ihn mitzufeiern, was bei gekonnter Bewirtung durch die engagierten Gastgeber wunderbar gelang. Die Heimreise wurde zwar erst zu fortgeschrittener Stunde angetreten, dennoch ließen es sich die Männer nicht nehmen, dem 1. Vorsitzenden noch persönlich die frohe Kunde vom Auswärtssieg und verspätete Geburtstagsgrüße zu überbringen.
In der Stunde des Erfolgs ist es der Mannschaft außerdem ein Anliegen, sich bei den Opfinger Gastgebern für die Einladung zu bedanken und bei allen mitgereisten Unterstützern fürs Anfeuern. Außerdem gehen ganz herzliche Genesungswünsche an den bayrischen Sturmtank und ein bisschen Selbstlob durch die eigenen Reihen.
Aufstellung:
E.L’Altrella
F.Gutmann, M.Hercher, F.Amrein, St.Weidner
R.Glöckler, H.Leistert, Th.Rees, L.Dombrowski, R.Maier, V.Müller
F.Hug, F.Strohbach, M.Müller
Torschütze: M.Müller

AH überzeugen auch auf der Skipiste

Wegen Unbespielbarkeit des Hartplatzes und wegen der Freude an sportlicher Vielseitigkeit und wegen der aktuell laufenden Winterolympiade und außerdem aus einer Bierlaune heraus, hatten sich die blau-weißen Altherren im Februar zu einer Skiausfahrt verabredet. Der frühmorgendliche Treffpunkt, der von neun der zehn Gefährten noch für einen Scherz gehalten wurde, konnte doch mühelos eingehalten werden und deshalb machte man sich noch vor Sonnenaufgang auf den Weg nach Melchsee-Frutt in der Zentralschweiz. Vor Ort wurde kurzzeitig die Wettervorhersage verflucht, ehe man gegen halb neun bei ca. 1500 m ü.M. in einer Mannschaftsgondel aus der dicken Nebelsuppe emporschwebte. Damit begann ein traumhafter Ski- und Snowboardtag.
Nach der gemeinsamen Auffahrt auf 2300 m und einer ersten Orientierungstour, teilte man sich zur weiteren Erkundung des Hochtals in zwei Gruppen auf und verabredete sich für die Mittagspause am Bonistock, auf der Sonnenterrasse. Am Vormittag wurden dann erstmal Kilometer gemacht. Der überschaubare Andrang an den Liften lud zu einem flotten Rauf und Runter ein und die exzellenten Pistenbedingungen sorgten für strahlende Gesichter bei den Tunibergern. Wenn die Warteschlange an der Sesselbahn doch einmal zu lang war, wurde sie in alter SVW-Manier, per Blutgrätsche, gekürzt. Wenn’s auf der Piste zu eintönig war, wurde auch schon mal ein Abstecher ins Gelände gewagt, um am Rande einer Felsklippe die Idee noch einmal zu überdenken.
Das Pausenbier war dann der zwischenzeitliche Höhepunkt. Bei frisch gegrillten Käsekrachern vor einem atemberaubenden Alpenpanorama genoss man Punkrock-Klänge und Hanfduft vom Nebentisch. Da konnten auch schon mal die Bananen aus dem Rucksack hüpfen. Wohl dem, war man sich einig, der sich schon unten im Nebel mit Sonnencreme einbalsamiert hatte.
Neu gestärkt bekamen die Waltershofener nun die zweite Luft und ritten für zwei weitere Stunden die gewohnt heiße Klinge durch die anspruchsvolle Pistenlandschaft. Die sogenannten „Alten Herren“ zeigten sich an diesem Nachmittag jung geblieben, machten sie doch zunächst den Skicross unsicher und shredderten dann die Rails, Boxes und Kicker im Fruttpark. Danach war wohlverdientes Chillen an der Schneebar angesagt, was nochmal ein paar Prozent Akkuladung für die folgende Talabfahrt brachte. Leider konnte die dann aufgrund der miserablen Sichtverhältnisse nicht mehr mit den vergangenen acht Stunden Wintersporterlebnis mithalten. Wenigstens kamen aber alle unverletzt an der Talstation Stöckalp an.
Der Skischuhe entledigt, ließ man sich Hefezopf und ein Feierabendbierchen schmecken und ließ die beiden Chauffeure ihre Arbeit tun. Erschöpft, aber wohlbehalten traf man gegen acht Uhr wieder in der Heimat ein. Die gemeinsame Einkehr bei Piero rundete einen rundum gelungenen AH-Ausflug ab. Rückspiel nicht ausgeschlossen.

AH-Turnier in Kirchzarten

Viel Licht, ein bisschen Schatten und die Verteidigung des Schinkenspecks

Eines der Jahreshighlights wartete am vergangenen Samstag auf die Waltershofener Alten Herren in Kirchzarten. Das traditionelle Ü35-Hallenturnier im Dreisamtal ist seit dem letzten Winter wieder fest im Wettkampfkalender der Blau-Weißen verankert. Kein Wunder, hatte man doch damals einen ansehnlichen Schinkenspeck erspielt, den es nun, 2018, zu verteidigen galt.
Das Tuniberg-Team hatte die Reise ans andere Ende Freiburgs in bärenstarker Besetzung angetreten und war fest entschlossen, den Heimweg erneut mit einer schmackhaften Trophäe anzutreten. Verglichen mit dem Aufgebot vom Vorjahr gab es wenige personelle Änderungen in der Gutmann-Truppe, die sich jedoch sowohl in der Kaderbreite als auch qualitativ bemerkbar machten. Einen gelernten Torhüter von internationaler Klasse konnte man mit Enzo L’Altrella präsentieren, nachdem ein erneuter Ausfall wegen anstehender Malerarbeiten ausgeschlossen worden war. Des Weiteren rückten Edeltechniker und Fußballästhet Jochen Kern sowie Nachwuchstalent Marco Müller in die Mannschaft, wobei man sich erst nach mehrfachem Studium der Regularien darauf festlegte, dass Letzterer die geforderte Altersgrenze tatsächlich überschritten hatte und somit spielberechtigt war. Bereits die zweite Teilnahme feierten außerdem Motivator und Abwehrchef Manuel Hercher, Mittelfeldmotor und strategischer Leiter Hannes Leistert, Rechtsaußen Volker Müller, Mister Fifty-Fifty Frank Strohbach, Routinier Stefan Weidner und Aushilfskäpt‘n Thomas Rees. Lediglich der kürzlich zur Lichtgestalt aufgestiegene Teammanager Frank Gutmann selbst konnte terminbedingt nicht in der neuerlichen Schlacht um den Schinkenspeck mitwirken.
Bis in die Haarspitzen motiviert ging das Waltershofener Geschwader in die erste Partie der Vorrunde. Als Formation gegen den FC Waldkirch hatte man sich für eine Doppeloffensive mit eingebautem Umschaltreflex vor einer Doppeldefensive und mitspielendem Torwart entschieden, was über die Spielzeit von 12 Minuten hervorragend aufging und dem SVW einen 4:0 Auftaktsieg bescherte. Analog zu dem dominanten Auftritt auf dem spiegelglatten Geläuf, nahm die mitgereiste blau-weiße Wand die Zuschauertribüne ein und sorgte für ausgelassene Stimmung in der Halle. Um es mal neu-deutsch auszudrücken: Manch gegnerisches Team schien anlässlich der Performance und des Supports der Tuniberger weiche Knie zu bekommen. Leider nicht die Oldies des SV Kirchzarten. Als zweiter Gegner des SVW verstanden sie es, die eigene Hälfte konsequent dicht zu machen und recht abgeklärt die Zeit von der Uhr laufen zu lassen. Sinnvollerweise hatte Hannes am Taktikbrett ebenfalls eine eher abwartende Marschroute ausgegeben, damit man nicht übereifrig ins offene Messer lief. Als bei Ertönen des Schlusspfiffs allerdings ein 0:0 auf der Anzeigetafel leuchtete, machte sich unter den Gäste-Akteuren doch das Gefühl breit, nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft zu haben. Entsprechend nachdenklich versammelte man sich im Kreis der Fans und Familien um die Tabellenkonstellation und die Chancen auf den Einzug ins Halbfinale zu analysieren. Es half ja alles nichts, gegen Hölzlebruck musste ein Sieg eingefahren werden, damit man sicher weiterkam und gleichzeitig als Gruppenerster dem Favoriten und Seriensieger FSV Stegen im folgenden K.O.-Spiel aus dem Weg gehen konnte. Es ging schließlich immer noch um den Schinkenspeck. Den Worten folgten Taten. 5:1 wurden die Gelben im dritten Rundenspiel nach Hause geschickt, womit die SVW-Kicker ein erneutes Ausrufezeichen setzten und den Laola schwingenden Fanblock in Extase versetzten. Vollste Zufriedenheit machte sich breit, hatte man doch das letztjährige Abschneiden deutlich übertroffen und das intern vereinbarte Minimalziel erreicht.
Nach kurzer Erholungspause stand man also im Halbfinale den sympathischen Sportfreunden aus Oberried gegenüber und ließ auch hier zunächst keinen Zweifel an der Überlegenheit des kampfstarken, fußballerisch versierten und taktisch hervorragend eingestellten Haufens vom Tuniberg. In den ersten sechs Minuten drohte man die Dreisamtäler sogar an die Wand zu spielen und schenkte ihnen drei wunderbar herausgespielte Tore ein. Dann jedoch kam es zu Bruch im Spiel der Waltershofener. Grundlos gab man die Partie aus der Hand, indem man die eigene Linie verlor, den Gegner durch halbherzige Aktionen stark machte und sowohl dem stark mitspielenden Torhüter als auch dem quirligen Knipser der Sportfreunde viel zu viel Raum ließ. Dramatische Szenen spielten sich in den Schlusssekunden ab, nachdem man die fast schon geschlagenen Oberrieder zum 3:3 hatte ausgleichen lassen. Die Kombination aus fehlender Cleverness und unzureichender mannschaftlicher Abstimmung im SVW-Verbund ermöglichte es dem Gegner, den Ball noch ein letztes Mal vor Enzos Kasten querzuschieben und wenige Augenblicke vor Schluss den Siegtreffer zu markieren. Mit hängenden Köpfen blieb den Männern vom Breikeweg nichts anderes übrig als sich aufmunternde Worte bei den Fans abzuholen und wenig später das Match um Platz drei erneut gegen die Weiß-Blauen aus Waldkirch anzutreten. Zwischenzeitliche Überlegungen, das Duell im Neunmeterschießen auszutragen, wurden bald verworfen. Die Gutmann-Bande ging aufgrund des Vorrundenergebnisses und Ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit zumindest auf der Bank wieder als Favorit ins Spiel. Leider konnte man nach dem Halbfinalschock nicht mehr an die vorherigen Leistungen anknüpfen und musste den diesmal souverän auftretenden Waldkirchern nach einer 0:1 Niederlage einen wohlverdienten Podiumsplatz zugestehen. Die Luft war raus und alle Waltershofener erst einmal damit beschäftigt, das diesjährige Abschneiden in das Spektrum der eigenen Ansprüche einzuordnen. Vierter Platz, Licht und Schatten. Gratulationen gingen an die dritt- und zweitplatzierten Teams aus Waldkirch und Oberried, sowie die verdienten Turniersieger aus Stegen.
Der üblichen Praxis der Turnierverarbeitung folgend, widmete man sich schließlich den Kaltgetränken und fand dadurch auch recht schnell wieder zurück zur Heiterkeit. Einen versöhnlichen, und letztendlich doch hocherfreulichen Abschluss fand das Turnier für die SVW-Familie dann, als die Mannschaft der Anhängerschar das Objekt der Begierde präsentieren konnte. Da war nämlich das Ding. Ein Schinkenspeck! 2,168 kg! Wieder! Yes!
Die Planungen für ein zünftiges Kabinenfest mit Schwarzwälder Vesper wurden sofort in Gang gesetzt und im Rahmen eines großen gemütlichen Abendessens mit fast allen Beteiligten ließ man einen aufregenden Wettkampftag harmonisch ausklingen. Auf ein Neues, im Januar 2019.

SC Eichstetten AH – SV Waltershofen AH 0:3 (0:0)

Die Alten Herren gewinnen auch am Kaiserstuhl
Mit dem SC Eichstetten lieferten sich die Waltershofener Alten Herren am vergangenen Freitagabend ein packendes Duell, das mit 3:0 gewonnen werden konnte. Damit ging man im Jahr 2017 in allen drei (auswärts geführten) Großfeldpartien als Sieger vom Platz und kann bei der nächsten Vereinsversammlung eine weiße Weste präsentieren.
Nachdem bereits im Sommer über ein Kräftemessen mit dem SCE gesprochen worden war, mussten zuerst sechs vorherige Vorschläge weggedoodled werden, ehe man für den Spätherbst einen passenden Termin fixieren konnte. Als jedoch klar war, dass die Partie zustande kommen würde, war die Vorfreude beim SVW groß. Ein Kader von 14 hochmotivierten Routiniers, die zuletzt hervorragende Trainingsbeteiligung und die Kunstrasenpremiere für die Blau-Weißen, das konnte nur gut werden.
Im Abschlusstraining und den zahlreichen Vorbesprechungen in der Wettkampfwoche stand dann die taktische Ausrichtung des Tuniberg-Teams im Mittelpunkt. Chefstratege Hannes hatte es sich nicht nehmen lassen, die örtlichen Bedingungen in Eichstetten schon einige Tage im Voraus zu inspizieren und verstand es anschließend, einen wasserdichten Matchplan zu stricken, den er seiner Mannschaft unermüdlich und unnachahmlich einzubläuen versuchte. Im Kern ging es dabei um diszipliniertes Positionsspiel innerhalb der zwei geplanten Viererketten und cleveres, abwartendes Verschieben der Doppelspitze. Und mit seiner Vorhersage, dass man in der zweiten Spielhälfte die Früchte für das konsequente Einhalten seiner taktischen Vorgaben ernten könne, sollte Hannes am Ende recht behalten.
Endlich auf dem Platz, mussten sich die Gäste erst einmal mit den ungewohnten Lichtverhältnissen, den gigantischen Ausmaßen des Feldes und dem Kaiserstühler Sauwetter akklimatisieren. Im Rahmen der von Hannes angeleiteten, taktikbezogenen Aufwärmübungen konnten sich aber alle Akteure schnell mit den Gegebenheiten vertraut machen und fühlten sich gewappnet für die vereinbarten 2 x 40 Minuten. Goalie Enzo L’Altrella hatte vorsichtshalber wieder den Neon-Fummel übergestreift, um für seine Vorderleute wenigstens von der Mittellinie aus erkennbar zu sein. Und auch auf den übrigen Positionen war man glänzend besetzt. Für die Außenverteidigeraufgaben meldeten sich Stefan Weidner und Frank Gutmann fit, in der Innenverteidigung debütierte die SVW-Legende Dominik Dettinger neben der gesetzten „Steinmauer“ Manuel Hercher, was für die Eichstetter Angreifer einen spaßfreien Abend versprach. Das Spiel nach vorne sollte vom Jugendtrainerduo Hannes Leistert und Thomas Rees im Mittelfeld iniziiert werden, während Reinhard Glöckler links und AH-Küken Mark Arenz rechts Kilometer runterspulen wollten. Für die kongenialen Sturmpartner Frank Strohbach und Florian Hug hieß die Devise abwarten, Tee trinken und dann gnadenlos zuschlagen. Dass man es sich leisten konnte, die universell einsetzbaren Volker Müller und Albrecht Stiefvater von der Bank zu bringen, spricht für ein Waltershofener Luxusproblem. Ebenfalls im Dienste der Mannschaft stand Marco Müller, der leider das WarmUp verletzungsbedingt abbrechen musste. Seinen wichtigen Beitrag konnte er jedoch in den Bereichen Material, Motivation und Management leisten. Als zwölfter Mann waren wieder einige Frauen und Kinder mitgereist, was ja als eigentliches Erfolgsgeheimnis der SVW-Truppe anerkannt werden muss.
In Halbzeit eins entwickelte sich ein ansehnliches Spielchen, das zwar von der Taktik geprägt war, aber dennoch durch einige Torraumszenen begeistern konnte. Erwähnenswert ist dabei die Co-Produktion von Hannes, der aus spitzem Winkel Richtung Tor laufend, Frank S. das Spielgerät per Pfostenabpraller zuspitzelte, welcher seine gefürchete Außenrist-Granate ansetzte und einen SCE-Verteidiger zu einer Rettungstat in höchster Not veranlasste. Da im weit entfernten Gästestrafraum der gut gelaunte Enzo auch ein oder zwei Torschüsse sauber parieren konnte, ging man mit einem leistungsgerechten 0:0 zum Pausentee.
Zufrieden mit dem bisherigen Auftritt schritten die Tuniberger durch den futuristisch gestylten Kabinengang, um in der zweiten Hälfte die versprochene Ernte einzufahren. Es dauerte auch nicht lange, ehe Florian das Leder bis in den gegnerischen Fünf-Meter-Raum treiben konnte, sich in aller Seelenruhe einen Überblick über die Situation verschaffte und mustergültig querlegte für den heraneilenden Thomas, durch den man schließlich in Führung ging. Allerdings entwickelte sich in der Folge ein teilweise durchwachsenes Spiel der Blau-Weißen. Die bis dato perfekten, positionsgetreuen Ein- und Auswechslungen schienen nun weniger konzentriert gehandhabt zu werden, woraus sich eine zunehmende Unordnung in der SVW-Aufstellung ergab. Aufgrund von unklaren Aufgabenverteilungen, sowie fortschreitender körperlicher Ermüdung, klafften zwischenzeitlich deutliche Lücken im Verbund der eigentlich dominierenden Gäste. Das Spiel drohte zu kippen als Eichstetten das Heft in die Hand nahm und den Druck auf den SVW-Kasten erhöhte. Für die Gutmann-Elf war klar, ein zweites Tor musste her, um die Lage zu beruhigen. Und dann musste man sich wieder auf das Grundsätzliche zurückbesinnen. In den Köpfen der Beteiligten, sowie leibhaftig auf dem Kunstrasenteppich, mahnte Hannes erneut zur taktischen Disziplin. Und es wirkte. Ein ums andere Mal gelang es plötzlich wieder, selbst gefährlich Richtung Tor der Platzherren zu agieren. Über die linke Außenbahn machte Reini derart Dampf, dass sogar seine Sportausrüstung vorzeitig die Segel strich. Doch man wurde für die Mühen mit einigen Eckbällen belohnt, die am Ende zur Spielentscheidung dienen sollten. Zunächst wurde eine von Thomas scharf getretene Ecke im Sechzehner vom Wind erfasst und fiel hinter dem sich streckenden Torhüter direkt ins Netz und kaum zehn Minuten später verwertete der aufgerückte Manuel einen weiteren Eckstoß wuchtig per Kopf zum 3:0 Endstand. Der Käs war gegessen.
Mit dem verdienten Sieg in der Tasche ging man selbstbewusst in die obligatorische dritte Halbzeit. Was zunächst als mannschaftsinternes Kabinenfest begann, wurde bei Bier und Bifteki mit den Gastgebern weitergeführt und nahm seinen Lauf bis zur Taktiknachbesprechung am Lagerfeuer in einem Waltershofener Gemüsegarten. Nach dem Motto „Immer locker durch die Hose atmen“ verbrachten die SVW-Oldies also einige gemütliche Stunden im Rausch des sportlichen und kameradschaftlichen Erfolgs.
Großer Dank für einen gelungenen Abend gilt den Alten Herren des SC Eichstetten!

Aufstellung:
E.L’Altrella
F.Gutmann, M.Hercher, D.Dettinger, M.Arenz
R.Glöckler, H.Leistert, Th.Rees, St.Weidner, V.Müller
F.Hug, F.Strohbach, A. Stiefvater
Torschützen: Th. Rees (2), M.Hercher

ASV Merdingen AH – SV Waltershofen AH 2:3 (2:0)

AH gewinnen hitziges Derby in Merdingen
Soviel vorweg: Es brauchte am späten Mittwochabend zahlreiche Kaltgetränke, um die erhitzen Gemüter nach dem Tuniberg-Klassiker zwischen den Alten Herren des ASV Merdingen und dem SV Blau-Weiß Waltershofen wieder herunterzukühlen. Beim Abpfiff waren längst nicht alle Protagonisten glücklich vom Platz gegangen, was jedoch nur teilweise am Endergebnis der Partie lag. Ein hochverdienter 3:2 Sieg für die Gäste aus Waltershofen stand zu Buche, nachdem sich über 2 x 40 Minuten ein durchwachsenes Spiel mit spannenden, kuriosen, amüsanten und sehenswerten, aber auch wilden Szenen ereignet hatte. Die Stimmen nach dem Spiel ließen einigen Unmut erahnen. „Alli zwanzig Johr jinger.“, „Du hesch doch provoziert.“, „Seller Hug kennt noch logga in de Erschde kigge.“, „Zuzogeni halt.“ waren die Kommentare der Gastgeber. Die Blau-Weißen hingegen beschäftigten sich eher mit Fragen wie „Wer hatte das Spiel eigentlich angefragt?“, „Hänna noch Wirschd?“ und „Müssen wir wirklich wieder über den Berg radeln?“.
Dabei hatte der Abend doch so harmonisch begonnen. Die SVW-Kicker hatten sich zum gemeinsamen Warm-Up per Fahrrad getroffen und waren geschlossen auf dem Sportgelände Kleinsteinen einpedaliert. Aufgrund der Sperrung des Stadionrasens hatte man zwar mit dem Trainingsplatz Vorlieb nehmen müssen, der stand jedoch in sattem Grün. Zumindest da, wo Gras drauf war. Je nach Position, die man im Spiel zu besetzen hatte, konnte man sogar ein Schattenplätzchen ergattern. Die äußeren Bedingungen passten also.
Die Waltershofener begannen mit einer Viererkette, bestehend aus den Innenverteidigern Manuel und Florian und den Außenspielern Stefan und Frank, die unter Manuels Kommando möglichst lange die Null halten wollten. Davor agierte die Doppelsechs aus Hannes und Thomas mit der Flügelzange Volker, Reinhard, die den Stoßstürmer Marco und die hängende Spitze Florian H. in Szene setzen wollten. Zwischen den Pfosten war Enzo aufgestellt, der bereits wenige Minuten nach Spielbeginn kalt erwischt wurde. Die in rot-blau spielenden Hausherren waren eigentlich schwer damit beschäftigt, die Offensive der frisch aufspielenden Gästen von der Tunibergvorderseite in Schach zu halten, als sie ihrerseits einen Stürmer einsetzen konnten. Unverhofft an den Ball gekommen, zirkelte der Merdinger Angreifer das Ei sehenswert in Enzos Kasten, leider ermöglicht durch allzu passive Gegenspieler. Und als sei ein 0:1 nach fünf Minuten noch nicht ernüchternd genug, luden die Blau-Weißen nach weiteren fünf Minuten zum 0:2 ein. Eine Bogenlampe aus zwanzig Metern fand den Weg ins Gehäuse, nachdem man erneut halbherzig und damit glücklos versucht hatte, die Heimelf vom Strafraum fern zu halten. Auf Seiten des SVW hatte man jetzt erstmal den Salat und bemühte sich nun um neue Rezepte für einen erfolgreichen Auftritt. Hinten wurde auf klassische Manndeckung mit Libero umgestellt, wovon man sich weiteres Übergewicht im Mittelfeld versprach. Die neu hergestellte Ordnung wurde allerdings ihrem Namen nicht lange gerecht. Zwar rückten mit Mark, Jochen, Benjamin und Albrecht frische Kräfte nach, doch das gesamte Team tat sich an diesem Abend enorm schwer, Positionen konstant zu besetzen, klar und sauber zu kombinieren und gefährlich vor das gegnerische Tor zu rücken. Sollten die Alten Herren aus Merdingen ihre aktuelle Serie von nicht verlorenen Spielen etwa gegen den Erzrivalen fortsetzen können? Fairerweise verzichteten die Hausherren auf einen falsch gepfiffenen Strafstoß, den sie nach einem Duell mit dem Torhüter zugesprochen bekommen hatten.
In Hälfte zwei wollte Waltershofen den Spieß umdrehen und die Verhältnisse am Tuniberg wieder gerade rücken. Doch zunächst blieb die angestrebte Ordnung noch aus. Das Spiel beider Mannschaften wirkte bisweilen konfus und in den Vordergrund des Geschehens traten nun immer mehr die Nickligkeiten, die schon in der ersten Halbzeit ihren Ursprung hatten. Sowohl auf dem Feld als auch in den Lagern an der Außenlinie keimte eine aggressive Stimmung auf, die sich in manch hart geführtem Zweikampf und manch hitzigem Wortgefecht äußerte. Drohungen, Beleidigungen, Anschuldigungen und Spott verliehen der Begegnung zwischenzeitlich echten Derbycharakter. Der Heimschiedsrichter aus Merdingen hatte nun alle Hände voll zu tun und war nicht mehr zu beneiden. Dennoch leitete er die Partie weiterhin besonnen und bewies mehrmals gutes Fingerspitzengefühl. Sportlich trat nun besonders Goalgetter Florian Hug ins Rampenlicht, der sein Team mit einem lupenreinen Hattrick in einer halben Stunde auf die Siegerstraße brachte. Obwohl er zuvor ungestüm von den Beinen geholt worden war und man eine verletzungsbedingte Auswechslung befürchtet hatte, kam er zurück und packte drei fulminante Schüsse zur 3:2 Führung aus. Die Merdinger Niederlage war damit besiegelt, wenngleich die Gästeoffensive mittlerweile Ton angebend auftrat und das Ergebnis gerne deutlicher gestalten wollte. Einige knappe Abseitsentscheidungen fielen aber noch zu Gunsten der Rot-Blauen.
Die Dusche war redlich verdient und mit dem Regenerationsbier wurde gleich auf dem Rasen angestoßen. Dass die Analyse des Spiels durch die verschiedenen Vereinsbrillen unterschiedlich ausfallen musste, war dann auch jedem klar. Letztendlich kann aber auch festgehalten werden, dass zumindest der nächtliche Scheidebecher von zahlreichen Vertretern beider Teams gemeinsam getrunken wurde und der knappe SVW-Sieg sicher in Ordnung geht.
Wer weiß, ob und wann die nächste Auflage des Tuniberg-Klassikers stattfinden wird…

Aufstellung:
E.L’Altrella
F.Strohbach, M.Hercher, Florian, St.Weidner, M.Arenz
R.Glöckler, H.Leistert, Th.Rees, J.Kern, V.Müller, A.Stiefvater
M.Müller, F.Hug, B.Fuchs
Torschütze: F.Hug (3)

Waltershofener AH-Spieler im Tuniberg-Aufgebot

Im Rahmen des Finaltags beim Tuniberg Weinwanderpokal in Gottenheim fand ein Einlagespiel zwischen der Doppelpass Trainerauswahl und einer Tuniberg Ü40 Auswahl statt. Für die Tuniberger liefen mit Reinhard Glöckler, Enzo L’Altrella, Frank Strohbach und Stefan Weidner auch 4 Spieler der Waltershofener AH auf. Diese erfahrenen Defensiv-Künstler des SVW sorgten dafür, dass man die Doppelpass-Elf über weite Strecken in Schach halten konnte und nur ein Gegentor zuließ. Aber nicht nur auf Seiten der Tuniberg-Auswahl war der SVW stark vertreten. Für die Doppelpass Mannschaft spielten mit Markus Bilharz, Angelo Caporale und Gerri Helbling immerhin noch 3 weitere aktuelle und ehemalige Trainer und Akteure des SVW mit.
Am Ende siegten die Tuniberger deutlich mit 4:1 und anschließend ließ man in geselliger Runde den Abend und das Turnier bei dem einen oder anderen Schorle locker ausklingen.

Bilder von Fritz Zimmermann auf Doppelpass.

SV Bayerbach AH – SV Waltershofen AH 1:3 (0:1)

Wo der Augenthaler das Licht der Welt erblickte und „Kaiser“ Franz dem Golfsport frönt, da kann’s bestimmt auch eine Tuniberger Altherrentruppe aushalten. Das dachte sich der Waltershofener Exil-Bayer Marco Müller bereits vor etlichen Monaten und scheute seitdem keine Kosten und Mühen um ein Freundschaftspiel gegen seinen Heimatverein SV Bayerbach/Rott im Landkreis Passau auf die Beine zu stellen. Und am vergangenen Wochenende war die Zeit dafür gekommen! Im Rahmen eines dreitägigen Ausflugs an die österreichische Grenze traten neun Gesandte des SVW, verstärkt durch vier einheimische Aushilfskräfte, gegen hoch motivierte Gastgeber aus dem idyllisch gelegenen Örtchen in Niederbayern an.
Die unmittelbare Vorbereitung auf die Partie musste dabei von Coach Frank Gutmann als suboptimal eingestuft werden. Hatte man doch die gesamte Mannschaft noch in den frühen Morgenstunden im Festzelt der Sportfreunde des benachbarten Reichenberg antreffen können und dies – in Anlehnung an die Vereinsfarben – mehr blau als weiß. Die sympathische Cover-Band Moose Impact sorgte dort für ausgelassene Stimmung, was den weit Gereisten nach einer achtstündigen Autofahrt willkommene Abwechslung bot. Bei süffigem Bier und exotischer Goaßmaß wollte man die verspannte Muskulatur regenerieren. Jedoch bedurfte es am Morgen des Spieltages in manchen Mannschaftsteilen der Regeneration von der Regeneration. Da kam ein gemeinsamer Spaziergang durchs sehenswerte Passau am Samstagmittag gerade recht. Zur Stärkung ein leichter Schweinsbraten mit Knödeln und a Hoibe für den Elektrolythaushalt, im Anschluss ein Mittagsschläfchen und zum Aufwachen ein doppelter Espresso. Pünktlich zum Matchbeginn um 18 Uhr zeigte sich das Team doch wieder in Bestform.
Gespielt wurde über den ganzen Platz. Nachdem die letzten Maßkrüge, Zigarettenkippen und Protagonisten des vorausgegangenen Gauditurniers vom Feld geräumt waren und Frank einen Karton gesponserten Hercherweins als Gastgeschenk an die Bayerbacher übergeben hatte, eröffnete der Schiedsrichter (in Personalunion mit dem Bürgermeister) das landesverbandsübergreifende Freundschaftsspiel. Albrecht Stiefvater als Goalie lieh sich noch schnell ein Käppi, um bei der tief stehenden Sonne den Überblick zu behalten, da nahmen seine Vorderleute schon das Heft in die Hand. Frank Gutmann und Frank Strohbach im Zentrum, Reini Glöckler und der „eingekaufte“ Andi Wagner außen, bildeten eine solide Viererkette, die am heutigen Abend nichts anbrennen lassen wollte. Vielmehr hatte man sich vorgenommen, das Spiel über die offensiven Flankenläufer Christoph Liesmann und Richard Mayer schnell ins vordere Drittel zu treiben, um dort den Sturmtank Marco Müller zu bedienen. In der Mitte bildeten Hannes Leistert und Thomas Rees ein Dreieck mit dem ebenfalls geliehenen Regisseur Thomas Nassauer, das schon bald in der Lage war, gut miteinander zu harmonieren. Nur zweimal 30 Minuten waren vereinbart, für die Blau-Weißen Grund genug, den Gashahn aufzudrehen. Mit einigermaßen sicheren Kombinationen im Mittelfeld dominierte man die in weiß-schwarz spielenden Platzherren und fand immer wieder den Weg Richtung Bayerbacher Strafraum. Alleine, zwingend waren die Aktionen noch nicht. Zu groß war wohl der Respekt vor dem angrenzenden Maisfeld, das einen Bälle schluckenden Eindruck erweckte. Außerdem zeigte sich die Defensive der Bayern lauf- und kampfstark und konnte die eine oder andere aussichtsreiche Situation rustikal entschärfen. Ein nicht einfach zu bespielender Gegner, zumal auch dieser vereinzelt Offensivgelegenheiten kreieren konnte. Nach etwa zwanzig gespielten Minuten war es aber Richard Mayer, der die Waltershofener für ihre Bemühungen belohnte. Achtzehn Meter vor dem Gehäuse legte er sich die Kugel zurecht, hauchte noch ein kurzes „Habe die Ehre!“ und schlenzte sie wunderbar zum 1:0 ins linke Eck. Ein Vorsprung, der nur noch durch einen scharf geschossenen Freistoß der Heimelf gefährdet wurde, dank toller Parade des leuchtgelben Albrecht aber bis zur Pause verteidigt werden konnte.
Die Halbzeitansprache entfiel, weil Konsens über das weitere Vorgehen herrschte. Für Durchgang zwei waren weitere Treffer in Planung. Alles andere wäre Understatement gewesen, bei dem offensiv geprägten Kader, den noch die beiden Bayernstürmer Matthias Bauer und Herrmann ergänzten. Die Gäste aus dem Breisgau nahmen also wieder Fahrt auf. Obwohl sich auch Bayerbach immer wieder vorwärts drängte, kontrollierten die Tuniberger das Geschehen und kamen wiederholt zu guten Gelegenheiten. Eckbälle und Freistöße hatten zwar Gefahrenpotenzial, brachten aber zunächst nichts Zählbares, weshalb eine Lösung aus dem Spiel heraus zum Erfolg verhelfen musste. Von der linken Seite einrückend setzte Thomas  aus gut zwanzig Metern zum Schuss an und schickte den Keeper in die lange Ecke. Ein niederbayrischer Abwehrrecke kreuzte die Flugbahn des Leders und fälschte zum unhaltbaren 2:0 ab. Ob der Unglücksrabe dabei mit der Schulter, der Stirn, dem Ohr oder gar dem Nasenbein agierte, ließ sich im Nachhinein nicht mehr schlüssig nachvollziehen. In der Folge erkämpften sich die Weiß-Schwarzen etwas mehr Spielanteile und kamen vermehrt zu Strafraumszenen vor dem Waltershofener Kasten. Die passende Antwort auf diese Entwicklung lieferte Hannes, der seinerseits von links in den gegenüber liegenden Strafraum eindribbelte und das Spielgerät mustergültig von der Grundlinie auf den Elfmeterpunkt servierte, von wo aus wiederum Thomas nur noch einschieben musste. Mit der komfortablen 3:0 Führung im Rücken schalteten die Blau-Weißen nun auf Ergebnissicherung um, was ihren Stürmer dazu veranlasste, phasenweise in den Stand-By-Modus zu wechseln. Die Schlussminuten der Partie gehört schließlich der Heimelf, die Innenverteidiger Frank S. dazu nötigte, einen Notwehr-Strafstoß zu verursachen, welchen der gut aufgelegte Torhüter Albrecht mit einer Dynamik parierte, die mit bloßem Auge gar nicht erkennbar war. Manche behaupteten hinterher, der Alupfosten habe geholfen. Nichtsdestotrotz gelang es den engagierten Freistaatlern noch, einen Ehrentreffer zu markieren, als sie kurz vor Schluss über die stärkere rechte Seite in den Torraum vordrangen und flach in die lange Ecke einnetzten.
Die Schlacht war geschlagen. Baden hatte Bayern besiegt und man konnte nun zum gemütlichen Teil übergehen, wobei dann auch die sportlich bedingte Rivalität einer gemeinsamen, Völker verbindenden Feierlaune weichen sollte. Im Bierzelt trugen bereits die Kesslbach Musikanten ihren Teil dazu bei. In beeindruckend lässiger Manier packten sie ihr gesamtes Gute-Laune-Sportplatzfest-Repertoire aus und sorgten für ausgelassene Fröhlichkeit an und auf den Tischen. Etwa zeitgleich mit der Umsiedlung vom zünftigen Bereich in die Bar, hatten es die Freiburger Schorleliebhaber dann geschafft, den Bayern ihr gesamtes Bier weg zu trinken. Gwambats Bergschof, dann mussten eben die härteren Sachen auf den Tisch. Die Party war in vollem Gange und gab zahlreichen Akteuren Gelegenheit, sich zu extrovertieren. Es wurde getanzt und gesungen, posiert und fotografiert, gelacht und gefeiert. Für alle Mitgereisten war das ein würdiger Abschluss einer prächtigen Auswärtsfahrt, die trotz der gefühlt endlosen Rückreise am Folgetag in toller Erinnerung bleiben wird.
Besonderer Dank für das gelungene Wochenende gilt zuallererst dem Organisator Marco, der einen überragenden Job als Manager und Reiseleiter gemacht hat. Des Weiteren geht ein ganz herzlicher Dank an die Gastgeber aus Bayerbach, die durch ihre Unterstützung ein Großfeldspiel möglich machten und mit ihrem Sportfest für einen stimmungsvollen Rahmen sorgten. Vielen Dank auch an Kilian Dettinger, der der Reisegruppe ein Fahrzeug zur Verfügung stellte.

Aufstellung:
A.Stiefvater
R.Glöckler, F.Gutmann, F.Strohbach, A.Wagner
R.Mayer, H.Leistert, Th.Rees, Ch.Liesmann
M.Müller, M.Bauer, Th.Nassauer, Herrmann
Torschützen: R.Mayer, Th. Rees (2)

Hier gibt’s jede Menge Bilder vom Ausflug.