SV Waltershofen AH – ASV Merdingen AH 2:1 (1:1)

Waltershofener Alte Herren können einfach nicht verlieren!
Die seit Sommer 2016 anhaltende Siegesserie der AH aus Waltershofen wurde am vergangenen Mittwoch um einen Triumph erweitert. Wie damals waren auch diesmal wieder die Routiniers von der Tunibergrückseite zu Gast im Krebsbachstadion und mussten am Ende des Tages die Heimreise nach Merdingen mit leeren Händen antreten. Den blau-weißen Gastgebern gelang dabei das Kunststück, die Partie ohne einen selbst erzielten Treffer mit 2:1 zu gewinnen.
Dass die Begegnung überhaupt zustande kommen sollte, hatte bis im Frühjahr zumindest in Waltershofen noch niemand glauben können. Die Querelen beim letzten Zusammentreffen in Merdingen hatten vermuten lassen, dass der Derbyklassiker für eine Zeit lang auf Eis gelegt werden könnte. Doch in einem Anflug von „Schwamm drüber“ hatten die Verantwortlichen des ASV wieder den Kontakt zu Teammanager Frank Gutmann gesucht und ein erneutes Match in die Wege geleitet. Und damit ergab sich für die SVW Veteranen eine weitere Gelegenheit, die Vormachtstellung am Tuniberg in Stein zu meißeln.
Der zuletzt verunglückte Marco Müller, dessen Oberarm sich eines optimalen Heilungsrozesses erfreut, nahm die große Bürde des Schiedsrichteramtes auf sich – und bestand mit Bravour. Eine nicht einfach zu leitende Begegnung, die in der Schlussviertelstunde erneut in Richtung Schlammschlacht zu kippen drohte, brachte er souverän über die Bühne. Keine mutwillig Verletzen, keine eskalierenden Konflikte, damit war seine Bilanz einwandfrei.
Die personelle Lage der Waltershofener war Tage vor der Partie noch unklar gewesen, weil der ursprünglich gemeldete Kader durch Verletzungs- und Verpflichtungspech durcheinander geraten war. Dennoch stand man zu Spielbeginn mit einer schlagkräftigen 14-Mann-Truppe auf dem Rasen und ging, zumindest aus eigener Sicht, als Favorit ins Rennen. Das Fehlen des Abwehrchefs Manuel Hercher erforderte leichte Veränderungen in der Besetzung der Positionen, konnte aber vom modifizierten Abwehrverbund kompensiert werden. Das mit Frank Gutmann, Thomas Rees, sowie Stefan Weidner und Florian Amrein besetzte Defensivzentrum hielt den Bemühungen der Merdinger größtenteils Stand und verstand es über weite Strecken, den Ball nach Eroberung wieder kontrolliert ins Spiel zu bringen. Für Druck nach vorne sorgten die Außenbahnteams mit Volker Müller und Mark Arenz auf der rechten und Richard Mayer, Lukas Dombrowski und später Reinhard Glöckler auf der linken Seite, während Hannes Leistert, welcher auch für die taktische Ausrichtung verantwortlich zeichnete, in der Mitte die Strippen zog. Die Abteilung Attacke bestand aus Frank Strohbach, dem erstmals eingesetzten Ulli Eitner und Benjamin Fuchs. Enzo L’Altrella hütete in gewohnt greller Montur die Waltershofener Hütte.
In den Anfangsminuten war die Gutmann-Elf zunächst damit beschäftigt, die flexibel zu interpretierende Grundaufstellung flexibel zu interpretieren und dabei trotzdem sicher zu stehen und die Spielkontrolle zu erlangen. Nach manchen unnötig brenzligen Situationen groovte man sich aber schließlich ein und es gelang wiederholt, sich durchs Mittelfeld in Schlagdistanz zum Merdinger Kasten zu kombinieren. Nach etwa einer Viertelstunde war bereits erster Ertrag zu verzeichnen. Schussversuche aus der zweiten Reihe waren bis dahin ohne Erfolg geblieben, weshalb die Offensive nun ihr Glück mit scharfen Hereingaben direkt vor das Gehäuse probierte, wo der eingerückte Volker es verstand, das Spielgerät derart zu verarbeiten, dass seinem abfälschenden Gegenspieler nur noch das Eigentor übrig blieb. Allerdings konnte die 1:0 Führung weder ausgebaut, noch sehr lange gehalten werden. Zwar lagen die größeren Spielanteile eindeutig bei der Heimelf, doch durch einen vermeidbaren Freistoß und eine darauf folgende verunglückte Kopfballabwehr ermöglichte man dem Gegner zu egalisieren. Der 1:1 Pausenstand stellte nun keine Katastrophe für die Blau-Weißen dar, insgeheim hatte man sich aber doch mehr erwartet und wollte deshalb im zweiten Durchgang nochmals mehr Gas geben. Außerdem nahm man sich vor, besonders auf den Flanken geordneter zu stehen. Positiv zu bewerten war diesmal die Ein- und Auswechselpraxis, die bisher regelmäßig für chaotische Zustände gesorgt hatte. Waltershofen nahm also in Halbzeit zwei das Heft in die Hand und so dauerte es wiederum nicht lange, bis die Hausherren erneut zum Torerfolg gelangten. Hannes drang von halblinker Position in die Gefahrenzone vor dem Merdinger Tor ein, behielt die Übersicht und bediente mustergültig den heranstürmenden Frank S., der in seiner ganz eigenen Manier seinen Hintermann zu einem weiteren Eigentor zwang. Bitter für die Gäste, aber dennoch ein verdientes 2:1 zu diesem Zeitpunkt. In der Folge dominierte der SVW das Geschehen. Lediglich eine einzige, jedoch hochkarätige Torchance gönnte man den Rot-Blauen noch als nach einer Unachtsamkeit im Abwehrzentrum ein Gästestürmer nur noch vom glänzend parierenden Enzo gestoppt werden konnte. Der knappe Spielstand markierte nach 2 x 40 Minuten den Endstand. Leider wurde die Partie gegen Ende wieder ähnlich hitzig, wie im vergangen Jahr. Den Unterschied machte diesmal Marco als Schiri, der sich die Unruhestifter zur Brust nahm und alle Wogen glätten konnte.
Nach dem Abpfiff war die Welt auch wieder in Ordnung. Die AH Merdingen schien mit der Niederlage leben zu können, die AH Waltershofen war mit der Ausbeute überaus zufrieden. Die latente Uneinigkeit über das erlaubte Maß an „Zuzogene“ und das nicht zu unterschreitende Mindestalter spielte diesmal offenbar keine große Rolle mehr.

Aufstellung:
E.L’Altrella
F.Gutmann, Th.Rees, F.Amrein, M.Arenz, St.Weidner
R.Glöckler, H.Leistert, R.Maier, V.Müller, L.Dombrowski
F.Strohbach, U.Eitner, B.Fuchs
Torschützen: Eigentore (2)
Schiedsrichter: Marco Müller

SV Opfingen AH – SV Waltershofen AH 0:1 (0:0)

Derbysieg mit bitterer Pille
Nicht die angekündigten Schwülegewitter waren es, die am Vatertagsvorabend gegen halb neun krachend über das Altherren-Derby in Opfingen hereinbrachen. Vielmehr entfuhr das fürchterliche Geräusch Marco Müllers Schulter, der einen zweikampfbedingten Tiefflug mit einer Bruchlandung vollendete. Allen Anwesenden war schlagartig klar: subkapitale Humerusfraktur! Oder wie es nach der Bestätigung durch die Röntgenaufnahmen auch treffend bezeichnet wurde: Arm am Arsch! Eine bittere Pille für die Alten Herren des SVW, die sich auf den wochenlangen Ausfall ihres Siegtorschützen des Abends einstellen müssen. Und eine noch bitterere für Marco persönlich, der nun auf Vieles verzichten muss. Urlaub, Auto fahren, kicken, einarmige Liegestütze mit links.
Nun ja, abgesehen von diesem unglücklichen Vorfall, lief der Abend für die Waltershofener ganz rund. Bereits beim Treffen und der gemeinsamen, ökologisch einwandfreien Anreise per Fahrrad war die Stimmung gut und man konnte die eigene Nervosität und die unterschwellige Ehrfurcht vor dem Gegner mit ein paar plakativen Parolen überspielen. Hannes zumindest hatte in Opfingen noch nie verloren. Im Nachbarort angekommen, ließ man dann eine deutliche Fokussierung auf das Wesentliche erkennen. Der Gipfel der Konzentration war erreicht, als die letzten Teammitglieder samt Bierglas den Weg von der Clubheimterrasse in die Katakomben gefunden hatten. Der Einheitsdress wurde übergestreift und man ging zur taktischen Ausrichtung über, von der man sich den gewinnbringenden Unterschied für die kommenden 2 x 40 Minuten erhoffte. Hannes gelang es dabei zum wiederholten Male, seine ausgereiften taktischen Überlegungen in motivierende Ansagen zu verpacken und somit die Spielanlage der Blau-Weißen auf ein noch höheres Level zu heben.
Auf dem Platz standen sich nun endlich, nach gefühlt jahrelanger Planung, die Roten und die Blau-Weißen gegenüber und es lag ein Hauch von Rivalität in der Luft. Hier muss jetzt hervorgehoben werden, dass die Partie jederzeit fair geführt und von dem einheimischen Referee exzellent geleitet wurde, was für ein Spiel dieser Kategorie nicht ganz selbstverständlich sein dürfte. Die erste Hälfte war also von der Taktik geprägt. Bei etwas mehr Ballbesitz auf Opfinger Seiten neutralisierte man sich nahezu im Mittelfeld. Kein Team war bereit, das Risiko frühzeitig zu erhöhen, um entschiedener auf einen Führungstreffer zu drängen. Dennoch blickten die Waltershofener beim Pausentee auf zwei, drei aussichtsreiche Schusschancen zurück und ärgerten sich, dass sie den Kasten der Hausherren noch nicht zum Klingeln gebracht hatten. Allgemeine Zufriedenheit herrschte allerdings über die disziplinierte Spielart, mit der die Gutmann-Elf das lädierte Spielfeld zunehmend unter ihre Kontrolle gebracht hatte. Folgende Gladiatoren waren an diesem Abend für den SVW im Einsatz. Die Leuchtmontur und die Handschuhe trug Enzo L., das Zentrum der Defensive besetzten der hochmotivierte Manuel H., Derbymanager Stefan W. und ergänzend Treffpunkt-Chiller Florian A., die Außenbahnen wurden bearbeitet von AH-Debütant Lukas D. und Routinier Reini G. auf der rechten sowie dem wieder genesenen Richard M. und Käptn Frank G. auf der linken Seite. Das Mittelfeld komplettierten die Zugezogenen Hannes L. und Thomas R. und die Allzweckwaffe Volker M. hinter den Knipsern Florian H., Marco M. und Frank „the special one“ S.. Erstaunlich, aber nicht unbekannt war dabei, dass diese hochkarätige Truppe es wieder einmal verstand, die eigene Dominanz durch eine fragwürdige Wechselpraxis ins Wanken zu bringen.
Im zweiten Durchgang wollten beide Teams die Entscheidung herbeiführen. Während sich auf beiden Seiten mehr Gelegenheiten ergaben, die Abwehrreihen unter Druck zu setzen, machte die SVW-Bande Nägel mit Köpfen. Florian fand den auf dem Flügel lauernden Reini, der mustergültig auf Marco weiterleitete, welcher in einem Rausch von Torjägerinstinkt zu einem trockenen Flachschuss ansetzte und dem Keeper des SVO keine Chance mehr ließ. Der Bann war gebrochen. 0:1 aus Opfinger Sicht. In der Folge schien zunächst das Gästeteam weiter am Drücker zu bleiben und auf einen  Ausbau der Führung zu drängen. Nachdem aber im letzten Drittel die Präzision für weitere Treffer nicht ausreichte und man, von wenigen Aktionen abgesehen, auch nicht mehr gefährlich in die Box (Fußball-Neudeutsch für Sechzehnmeterraum) kam, hielt die Partie für die Blau-Weißen nur noch einen negativen Höhepunkt bereit. Den tragischen Niedergang des Goalgetters. Nach dem Schock war auch Opfingen nicht mehr in der Lage, Kapital aus seiner Schlussoffensive zu schlagen. Ein letzter Freistoß, der hart an der Grenze zum Strafstoß rangierte, verpuffte kurz vor Abpfiff. Für die Waltershofener Akteure und ihre zahlreich mitgereisten Anhänger stand ein weiterer Derbysieg zu Buche, der die Tunibergkrone noch ein bisschen heller glänzen lässt.
Als man nach einem ausgiebigen Shakehands einträchtig mit den Unterlegenen den Platz verließ, wurde bei Pechvogel Marco gerade die Narkose eingeleitet. Das per Strohhalm verabreichte Flüssiganästhetikum hielt ihn bei Laune, bis sich am Horizont der Notarzt mit Blaulicht ankündigte. Seinen Mitstreitern blieb nur, den Rest des Abends für ihn mitzufeiern, was bei gekonnter Bewirtung durch die engagierten Gastgeber wunderbar gelang. Die Heimreise wurde zwar erst zu fortgeschrittener Stunde angetreten, dennoch ließen es sich die Männer nicht nehmen, dem 1. Vorsitzenden noch persönlich die frohe Kunde vom Auswärtssieg und verspätete Geburtstagsgrüße zu überbringen.
In der Stunde des Erfolgs ist es der Mannschaft außerdem ein Anliegen, sich bei den Opfinger Gastgebern für die Einladung zu bedanken und bei allen mitgereisten Unterstützern fürs Anfeuern. Außerdem gehen ganz herzliche Genesungswünsche an den bayrischen Sturmtank und ein bisschen Selbstlob durch die eigenen Reihen.
Aufstellung:
E.L’Altrella
F.Gutmann, M.Hercher, F.Amrein, St.Weidner
R.Glöckler, H.Leistert, Th.Rees, L.Dombrowski, R.Maier, V.Müller
F.Hug, F.Strohbach, M.Müller
Torschütze: M.Müller

AH überzeugen auch auf der Skipiste

Wegen Unbespielbarkeit des Hartplatzes und wegen der Freude an sportlicher Vielseitigkeit und wegen der aktuell laufenden Winterolympiade und außerdem aus einer Bierlaune heraus, hatten sich die blau-weißen Altherren im Februar zu einer Skiausfahrt verabredet. Der frühmorgendliche Treffpunkt, der von neun der zehn Gefährten noch für einen Scherz gehalten wurde, konnte doch mühelos eingehalten werden und deshalb machte man sich noch vor Sonnenaufgang auf den Weg nach Melchsee-Frutt in der Zentralschweiz. Vor Ort wurde kurzzeitig die Wettervorhersage verflucht, ehe man gegen halb neun bei ca. 1500 m ü.M. in einer Mannschaftsgondel aus der dicken Nebelsuppe emporschwebte. Damit begann ein traumhafter Ski- und Snowboardtag.
Nach der gemeinsamen Auffahrt auf 2300 m und einer ersten Orientierungstour, teilte man sich zur weiteren Erkundung des Hochtals in zwei Gruppen auf und verabredete sich für die Mittagspause am Bonistock, auf der Sonnenterrasse. Am Vormittag wurden dann erstmal Kilometer gemacht. Der überschaubare Andrang an den Liften lud zu einem flotten Rauf und Runter ein und die exzellenten Pistenbedingungen sorgten für strahlende Gesichter bei den Tunibergern. Wenn die Warteschlange an der Sesselbahn doch einmal zu lang war, wurde sie in alter SVW-Manier, per Blutgrätsche, gekürzt. Wenn’s auf der Piste zu eintönig war, wurde auch schon mal ein Abstecher ins Gelände gewagt, um am Rande einer Felsklippe die Idee noch einmal zu überdenken.
Das Pausenbier war dann der zwischenzeitliche Höhepunkt. Bei frisch gegrillten Käsekrachern vor einem atemberaubenden Alpenpanorama genoss man Punkrock-Klänge und Hanfduft vom Nebentisch. Da konnten auch schon mal die Bananen aus dem Rucksack hüpfen. Wohl dem, war man sich einig, der sich schon unten im Nebel mit Sonnencreme einbalsamiert hatte.
Neu gestärkt bekamen die Waltershofener nun die zweite Luft und ritten für zwei weitere Stunden die gewohnt heiße Klinge durch die anspruchsvolle Pistenlandschaft. Die sogenannten „Alten Herren“ zeigten sich an diesem Nachmittag jung geblieben, machten sie doch zunächst den Skicross unsicher und shredderten dann die Rails, Boxes und Kicker im Fruttpark. Danach war wohlverdientes Chillen an der Schneebar angesagt, was nochmal ein paar Prozent Akkuladung für die folgende Talabfahrt brachte. Leider konnte die dann aufgrund der miserablen Sichtverhältnisse nicht mehr mit den vergangenen acht Stunden Wintersporterlebnis mithalten. Wenigstens kamen aber alle unverletzt an der Talstation Stöckalp an.
Der Skischuhe entledigt, ließ man sich Hefezopf und ein Feierabendbierchen schmecken und ließ die beiden Chauffeure ihre Arbeit tun. Erschöpft, aber wohlbehalten traf man gegen acht Uhr wieder in der Heimat ein. Die gemeinsame Einkehr bei Piero rundete einen rundum gelungenen AH-Ausflug ab. Rückspiel nicht ausgeschlossen.

AH-Turnier in Kirchzarten

Viel Licht, ein bisschen Schatten und die Verteidigung des Schinkenspecks

Eines der Jahreshighlights wartete am vergangenen Samstag auf die Waltershofener Alten Herren in Kirchzarten. Das traditionelle Ü35-Hallenturnier im Dreisamtal ist seit dem letzten Winter wieder fest im Wettkampfkalender der Blau-Weißen verankert. Kein Wunder, hatte man doch damals einen ansehnlichen Schinkenspeck erspielt, den es nun, 2018, zu verteidigen galt.
Das Tuniberg-Team hatte die Reise ans andere Ende Freiburgs in bärenstarker Besetzung angetreten und war fest entschlossen, den Heimweg erneut mit einer schmackhaften Trophäe anzutreten. Verglichen mit dem Aufgebot vom Vorjahr gab es wenige personelle Änderungen in der Gutmann-Truppe, die sich jedoch sowohl in der Kaderbreite als auch qualitativ bemerkbar machten. Einen gelernten Torhüter von internationaler Klasse konnte man mit Enzo L’Altrella präsentieren, nachdem ein erneuter Ausfall wegen anstehender Malerarbeiten ausgeschlossen worden war. Des Weiteren rückten Edeltechniker und Fußballästhet Jochen Kern sowie Nachwuchstalent Marco Müller in die Mannschaft, wobei man sich erst nach mehrfachem Studium der Regularien darauf festlegte, dass Letzterer die geforderte Altersgrenze tatsächlich überschritten hatte und somit spielberechtigt war. Bereits die zweite Teilnahme feierten außerdem Motivator und Abwehrchef Manuel Hercher, Mittelfeldmotor und strategischer Leiter Hannes Leistert, Rechtsaußen Volker Müller, Mister Fifty-Fifty Frank Strohbach, Routinier Stefan Weidner und Aushilfskäpt‘n Thomas Rees. Lediglich der kürzlich zur Lichtgestalt aufgestiegene Teammanager Frank Gutmann selbst konnte terminbedingt nicht in der neuerlichen Schlacht um den Schinkenspeck mitwirken.
Bis in die Haarspitzen motiviert ging das Waltershofener Geschwader in die erste Partie der Vorrunde. Als Formation gegen den FC Waldkirch hatte man sich für eine Doppeloffensive mit eingebautem Umschaltreflex vor einer Doppeldefensive und mitspielendem Torwart entschieden, was über die Spielzeit von 12 Minuten hervorragend aufging und dem SVW einen 4:0 Auftaktsieg bescherte. Analog zu dem dominanten Auftritt auf dem spiegelglatten Geläuf, nahm die mitgereiste blau-weiße Wand die Zuschauertribüne ein und sorgte für ausgelassene Stimmung in der Halle. Um es mal neu-deutsch auszudrücken: Manch gegnerisches Team schien anlässlich der Performance und des Supports der Tuniberger weiche Knie zu bekommen. Leider nicht die Oldies des SV Kirchzarten. Als zweiter Gegner des SVW verstanden sie es, die eigene Hälfte konsequent dicht zu machen und recht abgeklärt die Zeit von der Uhr laufen zu lassen. Sinnvollerweise hatte Hannes am Taktikbrett ebenfalls eine eher abwartende Marschroute ausgegeben, damit man nicht übereifrig ins offene Messer lief. Als bei Ertönen des Schlusspfiffs allerdings ein 0:0 auf der Anzeigetafel leuchtete, machte sich unter den Gäste-Akteuren doch das Gefühl breit, nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft zu haben. Entsprechend nachdenklich versammelte man sich im Kreis der Fans und Familien um die Tabellenkonstellation und die Chancen auf den Einzug ins Halbfinale zu analysieren. Es half ja alles nichts, gegen Hölzlebruck musste ein Sieg eingefahren werden, damit man sicher weiterkam und gleichzeitig als Gruppenerster dem Favoriten und Seriensieger FSV Stegen im folgenden K.O.-Spiel aus dem Weg gehen konnte. Es ging schließlich immer noch um den Schinkenspeck. Den Worten folgten Taten. 5:1 wurden die Gelben im dritten Rundenspiel nach Hause geschickt, womit die SVW-Kicker ein erneutes Ausrufezeichen setzten und den Laola schwingenden Fanblock in Extase versetzten. Vollste Zufriedenheit machte sich breit, hatte man doch das letztjährige Abschneiden deutlich übertroffen und das intern vereinbarte Minimalziel erreicht.
Nach kurzer Erholungspause stand man also im Halbfinale den sympathischen Sportfreunden aus Oberried gegenüber und ließ auch hier zunächst keinen Zweifel an der Überlegenheit des kampfstarken, fußballerisch versierten und taktisch hervorragend eingestellten Haufens vom Tuniberg. In den ersten sechs Minuten drohte man die Dreisamtäler sogar an die Wand zu spielen und schenkte ihnen drei wunderbar herausgespielte Tore ein. Dann jedoch kam es zu Bruch im Spiel der Waltershofener. Grundlos gab man die Partie aus der Hand, indem man die eigene Linie verlor, den Gegner durch halbherzige Aktionen stark machte und sowohl dem stark mitspielenden Torhüter als auch dem quirligen Knipser der Sportfreunde viel zu viel Raum ließ. Dramatische Szenen spielten sich in den Schlusssekunden ab, nachdem man die fast schon geschlagenen Oberrieder zum 3:3 hatte ausgleichen lassen. Die Kombination aus fehlender Cleverness und unzureichender mannschaftlicher Abstimmung im SVW-Verbund ermöglichte es dem Gegner, den Ball noch ein letztes Mal vor Enzos Kasten querzuschieben und wenige Augenblicke vor Schluss den Siegtreffer zu markieren. Mit hängenden Köpfen blieb den Männern vom Breikeweg nichts anderes übrig als sich aufmunternde Worte bei den Fans abzuholen und wenig später das Match um Platz drei erneut gegen die Weiß-Blauen aus Waldkirch anzutreten. Zwischenzeitliche Überlegungen, das Duell im Neunmeterschießen auszutragen, wurden bald verworfen. Die Gutmann-Bande ging aufgrund des Vorrundenergebnisses und Ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit zumindest auf der Bank wieder als Favorit ins Spiel. Leider konnte man nach dem Halbfinalschock nicht mehr an die vorherigen Leistungen anknüpfen und musste den diesmal souverän auftretenden Waldkirchern nach einer 0:1 Niederlage einen wohlverdienten Podiumsplatz zugestehen. Die Luft war raus und alle Waltershofener erst einmal damit beschäftigt, das diesjährige Abschneiden in das Spektrum der eigenen Ansprüche einzuordnen. Vierter Platz, Licht und Schatten. Gratulationen gingen an die dritt- und zweitplatzierten Teams aus Waldkirch und Oberried, sowie die verdienten Turniersieger aus Stegen.
Der üblichen Praxis der Turnierverarbeitung folgend, widmete man sich schließlich den Kaltgetränken und fand dadurch auch recht schnell wieder zurück zur Heiterkeit. Einen versöhnlichen, und letztendlich doch hocherfreulichen Abschluss fand das Turnier für die SVW-Familie dann, als die Mannschaft der Anhängerschar das Objekt der Begierde präsentieren konnte. Da war nämlich das Ding. Ein Schinkenspeck! 2,168 kg! Wieder! Yes!
Die Planungen für ein zünftiges Kabinenfest mit Schwarzwälder Vesper wurden sofort in Gang gesetzt und im Rahmen eines großen gemütlichen Abendessens mit fast allen Beteiligten ließ man einen aufregenden Wettkampftag harmonisch ausklingen. Auf ein Neues, im Januar 2019.

SC Eichstetten AH – SV Waltershofen AH 0:3 (0:0)

Die Alten Herren gewinnen auch am Kaiserstuhl
Mit dem SC Eichstetten lieferten sich die Waltershofener Alten Herren am vergangenen Freitagabend ein packendes Duell, das mit 3:0 gewonnen werden konnte. Damit ging man im Jahr 2017 in allen drei (auswärts geführten) Großfeldpartien als Sieger vom Platz und kann bei der nächsten Vereinsversammlung eine weiße Weste präsentieren.
Nachdem bereits im Sommer über ein Kräftemessen mit dem SCE gesprochen worden war, mussten zuerst sechs vorherige Vorschläge weggedoodled werden, ehe man für den Spätherbst einen passenden Termin fixieren konnte. Als jedoch klar war, dass die Partie zustande kommen würde, war die Vorfreude beim SVW groß. Ein Kader von 14 hochmotivierten Routiniers, die zuletzt hervorragende Trainingsbeteiligung und die Kunstrasenpremiere für die Blau-Weißen, das konnte nur gut werden.
Im Abschlusstraining und den zahlreichen Vorbesprechungen in der Wettkampfwoche stand dann die taktische Ausrichtung des Tuniberg-Teams im Mittelpunkt. Chefstratege Hannes hatte es sich nicht nehmen lassen, die örtlichen Bedingungen in Eichstetten schon einige Tage im Voraus zu inspizieren und verstand es anschließend, einen wasserdichten Matchplan zu stricken, den er seiner Mannschaft unermüdlich und unnachahmlich einzubläuen versuchte. Im Kern ging es dabei um diszipliniertes Positionsspiel innerhalb der zwei geplanten Viererketten und cleveres, abwartendes Verschieben der Doppelspitze. Und mit seiner Vorhersage, dass man in der zweiten Spielhälfte die Früchte für das konsequente Einhalten seiner taktischen Vorgaben ernten könne, sollte Hannes am Ende recht behalten.
Endlich auf dem Platz, mussten sich die Gäste erst einmal mit den ungewohnten Lichtverhältnissen, den gigantischen Ausmaßen des Feldes und dem Kaiserstühler Sauwetter akklimatisieren. Im Rahmen der von Hannes angeleiteten, taktikbezogenen Aufwärmübungen konnten sich aber alle Akteure schnell mit den Gegebenheiten vertraut machen und fühlten sich gewappnet für die vereinbarten 2 x 40 Minuten. Goalie Enzo L’Altrella hatte vorsichtshalber wieder den Neon-Fummel übergestreift, um für seine Vorderleute wenigstens von der Mittellinie aus erkennbar zu sein. Und auch auf den übrigen Positionen war man glänzend besetzt. Für die Außenverteidigeraufgaben meldeten sich Stefan Weidner und Frank Gutmann fit, in der Innenverteidigung debütierte die SVW-Legende Dominik Dettinger neben der gesetzten „Steinmauer“ Manuel Hercher, was für die Eichstetter Angreifer einen spaßfreien Abend versprach. Das Spiel nach vorne sollte vom Jugendtrainerduo Hannes Leistert und Thomas Rees im Mittelfeld iniziiert werden, während Reinhard Glöckler links und AH-Küken Mark Arenz rechts Kilometer runterspulen wollten. Für die kongenialen Sturmpartner Frank Strohbach und Florian Hug hieß die Devise abwarten, Tee trinken und dann gnadenlos zuschlagen. Dass man es sich leisten konnte, die universell einsetzbaren Volker Müller und Albrecht Stiefvater von der Bank zu bringen, spricht für ein Waltershofener Luxusproblem. Ebenfalls im Dienste der Mannschaft stand Marco Müller, der leider das WarmUp verletzungsbedingt abbrechen musste. Seinen wichtigen Beitrag konnte er jedoch in den Bereichen Material, Motivation und Management leisten. Als zwölfter Mann waren wieder einige Frauen und Kinder mitgereist, was ja als eigentliches Erfolgsgeheimnis der SVW-Truppe anerkannt werden muss.
In Halbzeit eins entwickelte sich ein ansehnliches Spielchen, das zwar von der Taktik geprägt war, aber dennoch durch einige Torraumszenen begeistern konnte. Erwähnenswert ist dabei die Co-Produktion von Hannes, der aus spitzem Winkel Richtung Tor laufend, Frank S. das Spielgerät per Pfostenabpraller zuspitzelte, welcher seine gefürchete Außenrist-Granate ansetzte und einen SCE-Verteidiger zu einer Rettungstat in höchster Not veranlasste. Da im weit entfernten Gästestrafraum der gut gelaunte Enzo auch ein oder zwei Torschüsse sauber parieren konnte, ging man mit einem leistungsgerechten 0:0 zum Pausentee.
Zufrieden mit dem bisherigen Auftritt schritten die Tuniberger durch den futuristisch gestylten Kabinengang, um in der zweiten Hälfte die versprochene Ernte einzufahren. Es dauerte auch nicht lange, ehe Florian das Leder bis in den gegnerischen Fünf-Meter-Raum treiben konnte, sich in aller Seelenruhe einen Überblick über die Situation verschaffte und mustergültig querlegte für den heraneilenden Thomas, durch den man schließlich in Führung ging. Allerdings entwickelte sich in der Folge ein teilweise durchwachsenes Spiel der Blau-Weißen. Die bis dato perfekten, positionsgetreuen Ein- und Auswechslungen schienen nun weniger konzentriert gehandhabt zu werden, woraus sich eine zunehmende Unordnung in der SVW-Aufstellung ergab. Aufgrund von unklaren Aufgabenverteilungen, sowie fortschreitender körperlicher Ermüdung, klafften zwischenzeitlich deutliche Lücken im Verbund der eigentlich dominierenden Gäste. Das Spiel drohte zu kippen als Eichstetten das Heft in die Hand nahm und den Druck auf den SVW-Kasten erhöhte. Für die Gutmann-Elf war klar, ein zweites Tor musste her, um die Lage zu beruhigen. Und dann musste man sich wieder auf das Grundsätzliche zurückbesinnen. In den Köpfen der Beteiligten, sowie leibhaftig auf dem Kunstrasenteppich, mahnte Hannes erneut zur taktischen Disziplin. Und es wirkte. Ein ums andere Mal gelang es plötzlich wieder, selbst gefährlich Richtung Tor der Platzherren zu agieren. Über die linke Außenbahn machte Reini derart Dampf, dass sogar seine Sportausrüstung vorzeitig die Segel strich. Doch man wurde für die Mühen mit einigen Eckbällen belohnt, die am Ende zur Spielentscheidung dienen sollten. Zunächst wurde eine von Thomas scharf getretene Ecke im Sechzehner vom Wind erfasst und fiel hinter dem sich streckenden Torhüter direkt ins Netz und kaum zehn Minuten später verwertete der aufgerückte Manuel einen weiteren Eckstoß wuchtig per Kopf zum 3:0 Endstand. Der Käs war gegessen.
Mit dem verdienten Sieg in der Tasche ging man selbstbewusst in die obligatorische dritte Halbzeit. Was zunächst als mannschaftsinternes Kabinenfest begann, wurde bei Bier und Bifteki mit den Gastgebern weitergeführt und nahm seinen Lauf bis zur Taktiknachbesprechung am Lagerfeuer in einem Waltershofener Gemüsegarten. Nach dem Motto „Immer locker durch die Hose atmen“ verbrachten die SVW-Oldies also einige gemütliche Stunden im Rausch des sportlichen und kameradschaftlichen Erfolgs.
Großer Dank für einen gelungenen Abend gilt den Alten Herren des SC Eichstetten!

Aufstellung:
E.L’Altrella
F.Gutmann, M.Hercher, D.Dettinger, M.Arenz
R.Glöckler, H.Leistert, Th.Rees, St.Weidner, V.Müller
F.Hug, F.Strohbach, A. Stiefvater
Torschützen: Th. Rees (2), M.Hercher

ASV Merdingen AH – SV Waltershofen AH 2:3 (2:0)

AH gewinnen hitziges Derby in Merdingen
Soviel vorweg: Es brauchte am späten Mittwochabend zahlreiche Kaltgetränke, um die erhitzen Gemüter nach dem Tuniberg-Klassiker zwischen den Alten Herren des ASV Merdingen und dem SV Blau-Weiß Waltershofen wieder herunterzukühlen. Beim Abpfiff waren längst nicht alle Protagonisten glücklich vom Platz gegangen, was jedoch nur teilweise am Endergebnis der Partie lag. Ein hochverdienter 3:2 Sieg für die Gäste aus Waltershofen stand zu Buche, nachdem sich über 2 x 40 Minuten ein durchwachsenes Spiel mit spannenden, kuriosen, amüsanten und sehenswerten, aber auch wilden Szenen ereignet hatte. Die Stimmen nach dem Spiel ließen einigen Unmut erahnen. „Alli zwanzig Johr jinger.“, „Du hesch doch provoziert.“, „Seller Hug kennt noch logga in de Erschde kigge.“, „Zuzogeni halt.“ waren die Kommentare der Gastgeber. Die Blau-Weißen hingegen beschäftigten sich eher mit Fragen wie „Wer hatte das Spiel eigentlich angefragt?“, „Hänna noch Wirschd?“ und „Müssen wir wirklich wieder über den Berg radeln?“.
Dabei hatte der Abend doch so harmonisch begonnen. Die SVW-Kicker hatten sich zum gemeinsamen Warm-Up per Fahrrad getroffen und waren geschlossen auf dem Sportgelände Kleinsteinen einpedaliert. Aufgrund der Sperrung des Stadionrasens hatte man zwar mit dem Trainingsplatz Vorlieb nehmen müssen, der stand jedoch in sattem Grün. Zumindest da, wo Gras drauf war. Je nach Position, die man im Spiel zu besetzen hatte, konnte man sogar ein Schattenplätzchen ergattern. Die äußeren Bedingungen passten also.
Die Waltershofener begannen mit einer Viererkette, bestehend aus den Innenverteidigern Manuel und Florian und den Außenspielern Stefan und Frank, die unter Manuels Kommando möglichst lange die Null halten wollten. Davor agierte die Doppelsechs aus Hannes und Thomas mit der Flügelzange Volker, Reinhard, die den Stoßstürmer Marco und die hängende Spitze Florian H. in Szene setzen wollten. Zwischen den Pfosten war Enzo aufgestellt, der bereits wenige Minuten nach Spielbeginn kalt erwischt wurde. Die in rot-blau spielenden Hausherren waren eigentlich schwer damit beschäftigt, die Offensive der frisch aufspielenden Gästen von der Tunibergvorderseite in Schach zu halten, als sie ihrerseits einen Stürmer einsetzen konnten. Unverhofft an den Ball gekommen, zirkelte der Merdinger Angreifer das Ei sehenswert in Enzos Kasten, leider ermöglicht durch allzu passive Gegenspieler. Und als sei ein 0:1 nach fünf Minuten noch nicht ernüchternd genug, luden die Blau-Weißen nach weiteren fünf Minuten zum 0:2 ein. Eine Bogenlampe aus zwanzig Metern fand den Weg ins Gehäuse, nachdem man erneut halbherzig und damit glücklos versucht hatte, die Heimelf vom Strafraum fern zu halten. Auf Seiten des SVW hatte man jetzt erstmal den Salat und bemühte sich nun um neue Rezepte für einen erfolgreichen Auftritt. Hinten wurde auf klassische Manndeckung mit Libero umgestellt, wovon man sich weiteres Übergewicht im Mittelfeld versprach. Die neu hergestellte Ordnung wurde allerdings ihrem Namen nicht lange gerecht. Zwar rückten mit Mark, Jochen, Benjamin und Albrecht frische Kräfte nach, doch das gesamte Team tat sich an diesem Abend enorm schwer, Positionen konstant zu besetzen, klar und sauber zu kombinieren und gefährlich vor das gegnerische Tor zu rücken. Sollten die Alten Herren aus Merdingen ihre aktuelle Serie von nicht verlorenen Spielen etwa gegen den Erzrivalen fortsetzen können? Fairerweise verzichteten die Hausherren auf einen falsch gepfiffenen Strafstoß, den sie nach einem Duell mit dem Torhüter zugesprochen bekommen hatten.
In Hälfte zwei wollte Waltershofen den Spieß umdrehen und die Verhältnisse am Tuniberg wieder gerade rücken. Doch zunächst blieb die angestrebte Ordnung noch aus. Das Spiel beider Mannschaften wirkte bisweilen konfus und in den Vordergrund des Geschehens traten nun immer mehr die Nickligkeiten, die schon in der ersten Halbzeit ihren Ursprung hatten. Sowohl auf dem Feld als auch in den Lagern an der Außenlinie keimte eine aggressive Stimmung auf, die sich in manch hart geführtem Zweikampf und manch hitzigem Wortgefecht äußerte. Drohungen, Beleidigungen, Anschuldigungen und Spott verliehen der Begegnung zwischenzeitlich echten Derbycharakter. Der Heimschiedsrichter aus Merdingen hatte nun alle Hände voll zu tun und war nicht mehr zu beneiden. Dennoch leitete er die Partie weiterhin besonnen und bewies mehrmals gutes Fingerspitzengefühl. Sportlich trat nun besonders Goalgetter Florian Hug ins Rampenlicht, der sein Team mit einem lupenreinen Hattrick in einer halben Stunde auf die Siegerstraße brachte. Obwohl er zuvor ungestüm von den Beinen geholt worden war und man eine verletzungsbedingte Auswechslung befürchtet hatte, kam er zurück und packte drei fulminante Schüsse zur 3:2 Führung aus. Die Merdinger Niederlage war damit besiegelt, wenngleich die Gästeoffensive mittlerweile Ton angebend auftrat und das Ergebnis gerne deutlicher gestalten wollte. Einige knappe Abseitsentscheidungen fielen aber noch zu Gunsten der Rot-Blauen.
Die Dusche war redlich verdient und mit dem Regenerationsbier wurde gleich auf dem Rasen angestoßen. Dass die Analyse des Spiels durch die verschiedenen Vereinsbrillen unterschiedlich ausfallen musste, war dann auch jedem klar. Letztendlich kann aber auch festgehalten werden, dass zumindest der nächtliche Scheidebecher von zahlreichen Vertretern beider Teams gemeinsam getrunken wurde und der knappe SVW-Sieg sicher in Ordnung geht.
Wer weiß, ob und wann die nächste Auflage des Tuniberg-Klassikers stattfinden wird…

Aufstellung:
E.L’Altrella
F.Strohbach, M.Hercher, Florian, St.Weidner, M.Arenz
R.Glöckler, H.Leistert, Th.Rees, J.Kern, V.Müller, A.Stiefvater
M.Müller, F.Hug, B.Fuchs
Torschütze: F.Hug (3)

Waltershofener AH-Spieler im Tuniberg-Aufgebot

Im Rahmen des Finaltags beim Tuniberg Weinwanderpokal in Gottenheim fand ein Einlagespiel zwischen der Doppelpass Trainerauswahl und einer Tuniberg Ü40 Auswahl statt. Für die Tuniberger liefen mit Reinhard Glöckler, Enzo L’Altrella, Frank Strohbach und Stefan Weidner auch 4 Spieler der Waltershofener AH auf. Diese erfahrenen Defensiv-Künstler des SVW sorgten dafür, dass man die Doppelpass-Elf über weite Strecken in Schach halten konnte und nur ein Gegentor zuließ. Aber nicht nur auf Seiten der Tuniberg-Auswahl war der SVW stark vertreten. Für die Doppelpass Mannschaft spielten mit Markus Bilharz, Angelo Caporale und Gerri Helbling immerhin noch 3 weitere aktuelle und ehemalige Trainer und Akteure des SVW mit.
Am Ende siegten die Tuniberger deutlich mit 4:1 und anschließend ließ man in geselliger Runde den Abend und das Turnier bei dem einen oder anderen Schorle locker ausklingen.

Bilder von Fritz Zimmermann auf Doppelpass.

SV Bayerbach AH – SV Waltershofen AH 1:3 (0:1)

Wo der Augenthaler das Licht der Welt erblickte und „Kaiser“ Franz dem Golfsport frönt, da kann’s bestimmt auch eine Tuniberger Altherrentruppe aushalten. Das dachte sich der Waltershofener Exil-Bayer Marco Müller bereits vor etlichen Monaten und scheute seitdem keine Kosten und Mühen um ein Freundschaftspiel gegen seinen Heimatverein SV Bayerbach/Rott im Landkreis Passau auf die Beine zu stellen. Und am vergangenen Wochenende war die Zeit dafür gekommen! Im Rahmen eines dreitägigen Ausflugs an die österreichische Grenze traten neun Gesandte des SVW, verstärkt durch vier einheimische Aushilfskräfte, gegen hoch motivierte Gastgeber aus dem idyllisch gelegenen Örtchen in Niederbayern an.
Die unmittelbare Vorbereitung auf die Partie musste dabei von Coach Frank Gutmann als suboptimal eingestuft werden. Hatte man doch die gesamte Mannschaft noch in den frühen Morgenstunden im Festzelt der Sportfreunde des benachbarten Reichenberg antreffen können und dies – in Anlehnung an die Vereinsfarben – mehr blau als weiß. Die sympathische Cover-Band Moose Impact sorgte dort für ausgelassene Stimmung, was den weit Gereisten nach einer achtstündigen Autofahrt willkommene Abwechslung bot. Bei süffigem Bier und exotischer Goaßmaß wollte man die verspannte Muskulatur regenerieren. Jedoch bedurfte es am Morgen des Spieltages in manchen Mannschaftsteilen der Regeneration von der Regeneration. Da kam ein gemeinsamer Spaziergang durchs sehenswerte Passau am Samstagmittag gerade recht. Zur Stärkung ein leichter Schweinsbraten mit Knödeln und a Hoibe für den Elektrolythaushalt, im Anschluss ein Mittagsschläfchen und zum Aufwachen ein doppelter Espresso. Pünktlich zum Matchbeginn um 18 Uhr zeigte sich das Team doch wieder in Bestform.
Gespielt wurde über den ganzen Platz. Nachdem die letzten Maßkrüge, Zigarettenkippen und Protagonisten des vorausgegangenen Gauditurniers vom Feld geräumt waren und Frank einen Karton gesponserten Hercherweins als Gastgeschenk an die Bayerbacher übergeben hatte, eröffnete der Schiedsrichter (in Personalunion mit dem Bürgermeister) das landesverbandsübergreifende Freundschaftsspiel. Albrecht Stiefvater als Goalie lieh sich noch schnell ein Käppi, um bei der tief stehenden Sonne den Überblick zu behalten, da nahmen seine Vorderleute schon das Heft in die Hand. Frank Gutmann und Frank Strohbach im Zentrum, Reini Glöckler und der „eingekaufte“ Andi Wagner außen, bildeten eine solide Viererkette, die am heutigen Abend nichts anbrennen lassen wollte. Vielmehr hatte man sich vorgenommen, das Spiel über die offensiven Flankenläufer Christoph Liesmann und Richard Mayer schnell ins vordere Drittel zu treiben, um dort den Sturmtank Marco Müller zu bedienen. In der Mitte bildeten Hannes Leistert und Thomas Rees ein Dreieck mit dem ebenfalls geliehenen Regisseur Thomas Nassauer, das schon bald in der Lage war, gut miteinander zu harmonieren. Nur zweimal 30 Minuten waren vereinbart, für die Blau-Weißen Grund genug, den Gashahn aufzudrehen. Mit einigermaßen sicheren Kombinationen im Mittelfeld dominierte man die in weiß-schwarz spielenden Platzherren und fand immer wieder den Weg Richtung Bayerbacher Strafraum. Alleine, zwingend waren die Aktionen noch nicht. Zu groß war wohl der Respekt vor dem angrenzenden Maisfeld, das einen Bälle schluckenden Eindruck erweckte. Außerdem zeigte sich die Defensive der Bayern lauf- und kampfstark und konnte die eine oder andere aussichtsreiche Situation rustikal entschärfen. Ein nicht einfach zu bespielender Gegner, zumal auch dieser vereinzelt Offensivgelegenheiten kreieren konnte. Nach etwa zwanzig gespielten Minuten war es aber Richard Mayer, der die Waltershofener für ihre Bemühungen belohnte. Achtzehn Meter vor dem Gehäuse legte er sich die Kugel zurecht, hauchte noch ein kurzes „Habe die Ehre!“ und schlenzte sie wunderbar zum 1:0 ins linke Eck. Ein Vorsprung, der nur noch durch einen scharf geschossenen Freistoß der Heimelf gefährdet wurde, dank toller Parade des leuchtgelben Albrecht aber bis zur Pause verteidigt werden konnte.
Die Halbzeitansprache entfiel, weil Konsens über das weitere Vorgehen herrschte. Für Durchgang zwei waren weitere Treffer in Planung. Alles andere wäre Understatement gewesen, bei dem offensiv geprägten Kader, den noch die beiden Bayernstürmer Matthias Bauer und Herrmann ergänzten. Die Gäste aus dem Breisgau nahmen also wieder Fahrt auf. Obwohl sich auch Bayerbach immer wieder vorwärts drängte, kontrollierten die Tuniberger das Geschehen und kamen wiederholt zu guten Gelegenheiten. Eckbälle und Freistöße hatten zwar Gefahrenpotenzial, brachten aber zunächst nichts Zählbares, weshalb eine Lösung aus dem Spiel heraus zum Erfolg verhelfen musste. Von der linken Seite einrückend setzte Thomas  aus gut zwanzig Metern zum Schuss an und schickte den Keeper in die lange Ecke. Ein niederbayrischer Abwehrrecke kreuzte die Flugbahn des Leders und fälschte zum unhaltbaren 2:0 ab. Ob der Unglücksrabe dabei mit der Schulter, der Stirn, dem Ohr oder gar dem Nasenbein agierte, ließ sich im Nachhinein nicht mehr schlüssig nachvollziehen. In der Folge erkämpften sich die Weiß-Schwarzen etwas mehr Spielanteile und kamen vermehrt zu Strafraumszenen vor dem Waltershofener Kasten. Die passende Antwort auf diese Entwicklung lieferte Hannes, der seinerseits von links in den gegenüber liegenden Strafraum eindribbelte und das Spielgerät mustergültig von der Grundlinie auf den Elfmeterpunkt servierte, von wo aus wiederum Thomas nur noch einschieben musste. Mit der komfortablen 3:0 Führung im Rücken schalteten die Blau-Weißen nun auf Ergebnissicherung um, was ihren Stürmer dazu veranlasste, phasenweise in den Stand-By-Modus zu wechseln. Die Schlussminuten der Partie gehört schließlich der Heimelf, die Innenverteidiger Frank S. dazu nötigte, einen Notwehr-Strafstoß zu verursachen, welchen der gut aufgelegte Torhüter Albrecht mit einer Dynamik parierte, die mit bloßem Auge gar nicht erkennbar war. Manche behaupteten hinterher, der Alupfosten habe geholfen. Nichtsdestotrotz gelang es den engagierten Freistaatlern noch, einen Ehrentreffer zu markieren, als sie kurz vor Schluss über die stärkere rechte Seite in den Torraum vordrangen und flach in die lange Ecke einnetzten.
Die Schlacht war geschlagen. Baden hatte Bayern besiegt und man konnte nun zum gemütlichen Teil übergehen, wobei dann auch die sportlich bedingte Rivalität einer gemeinsamen, Völker verbindenden Feierlaune weichen sollte. Im Bierzelt trugen bereits die Kesslbach Musikanten ihren Teil dazu bei. In beeindruckend lässiger Manier packten sie ihr gesamtes Gute-Laune-Sportplatzfest-Repertoire aus und sorgten für ausgelassene Fröhlichkeit an und auf den Tischen. Etwa zeitgleich mit der Umsiedlung vom zünftigen Bereich in die Bar, hatten es die Freiburger Schorleliebhaber dann geschafft, den Bayern ihr gesamtes Bier weg zu trinken. Gwambats Bergschof, dann mussten eben die härteren Sachen auf den Tisch. Die Party war in vollem Gange und gab zahlreichen Akteuren Gelegenheit, sich zu extrovertieren. Es wurde getanzt und gesungen, posiert und fotografiert, gelacht und gefeiert. Für alle Mitgereisten war das ein würdiger Abschluss einer prächtigen Auswärtsfahrt, die trotz der gefühlt endlosen Rückreise am Folgetag in toller Erinnerung bleiben wird.
Besonderer Dank für das gelungene Wochenende gilt zuallererst dem Organisator Marco, der einen überragenden Job als Manager und Reiseleiter gemacht hat. Des Weiteren geht ein ganz herzlicher Dank an die Gastgeber aus Bayerbach, die durch ihre Unterstützung ein Großfeldspiel möglich machten und mit ihrem Sportfest für einen stimmungsvollen Rahmen sorgten. Vielen Dank auch an Kilian Dettinger, der der Reisegruppe ein Fahrzeug zur Verfügung stellte.

Aufstellung:
A.Stiefvater
R.Glöckler, F.Gutmann, F.Strohbach, A.Wagner
R.Mayer, H.Leistert, Th.Rees, Ch.Liesmann
M.Müller, M.Bauer, Th.Nassauer, Herrmann
Torschützen: R.Mayer, Th. Rees (2)

Hier gibt’s jede Menge Bilder vom Ausflug.

AH Waltershofen auf dem Podium in Gottenheim

Die SVW Oldies hatten nach dem Hallenspektakel von Kirchzarten Gefallen an Turnierteilnahmen gefunden und meldeten daher frühzeitig eine schlagkräftige Truppe für die Gottenheimer Sportwoche. Eine der zentralen Fragen im Vorfeld lautete: Wird es wieder einen Schinkenspeck zu gewinnen geben?
Um jedenfalls maximalen Erfolg herausschlagen zu können, ließ man schon bei der Kaderplanung nichts anbrennen. Pro Spiel erlaubte das Reglement den Einsatz von zehn Akteuren (5+1 und 4 Wechselspieler), was die Blau-Weißen dazu veranlasste, ein Elf-Mann-Aufgebot zusammenzustellen. Wie sich später herausstellen sollte, war das eine sinnvolle Gruppengröße, denn ein bisschen Verlust hat man immer.
Im ersten Gruppenspiel ging’s gegen die Nachbarn aus Umkirch. Auf Seiten der Waltershofener begann man mit einer Dreierkette in der Defensive und einem offensiven Duo davor. Den Kasten hütete Enzo L’Altrella im gewagten Fluo-Dress. In einer Partie, die auch als Kräftemessen der Jugendtrainer bezeichnet werden konnte, gewann der SVW zunehmend die Oberhand und übte Druck auf das Umkircher Tor aus. Allein die Chancenauswertung ließ wieder einmal zu wünschen übrig. Der unüberwindbar wirkende Keeper war unüberwindbar. Und wie es dann meistens kommt, gelang es den Umkirchern doch einmal, gefährlich in den Strafraum der Blau-Weißen vorzudringen. Abwehr-Chef Manuel Hercher blieb nichts anderes übrig, als den einschussbereiten Stürmer von den Beinen zu holen, woraufhin der Schiedsrichter auf Strafstoß entschied. Leider war es Enzo nicht vergönnt, sich schon im ersten Match unsterblich zu machen. Daher rannte man von nun an dem Rückstand hinterher. Die Spielzeit von jeweils nur 15 Minuten drohte jetzt unter den Stollen zu zerrinnen, wodurch sich Waltershofen zu übereilten Aktionen verleiten ließ, statt sich auf kontrollierten Spielaufbau und mehr Konzentration im Abschluss zu besinnen. Der VfR hingegen nutzte so manches Mittel, um den Vorsprung halten zu können. Am Ende blieb es beim 0:1 und die Blau-Weißen zeigten sich ernüchtert ob dieser unnötigen Niederlage.
Vor der Partie gegen den FC Yugoslavia war klar, wenn man hier einen Blumentopf oder gar etwas Essbares gewinnen wollte, musste mehr Effizienz ins Spiel der Tuniberger. Die Bemühungen sollten belohnt werden. Der Gegner allerdings ging die Partie auch recht selbstbewusst an. Die Balkan-Routiniers zogen ihren Torwart auf die Liberoposition vor und schoben zunächst eine ruhige Kugel von links nach rechts und wieder zurück. Die Fünf des SVW besannen sich auf die angestrebte Geschlossenheit im Zentrum und beobachteten einige Augenblicke, was der Gegner wohl versuchen würde. In nahezu blindem Verständnis rückten dann aber Thomas Rees und Hannes Leistert blitzartig dem Ball verteilenden Keeper auf die Pelle und erzwangen dessen Ballverlust. Hannes fackelte diesmal nicht lange und brachte das Leder am dafür vorgesehenen Ort unter. Der Bann war gebrochen und es folgten weitere 14 Minuten, in denen man sich die Defensive der Jugoslawen ein ums andere Mal zurechtlegte und ansehnliche Spielzüge erfolgreich mit Zählbarem abschloss. Während Manuel und Teammanager Frank Gutmann aus der Hintermannschaft jeweils einen Treffer beisteuern konnten, gelang es dem filigranen Spielgestalter Jochen Kern (2) und Sturmtank Florian Hug (3) die Ausbeute auf 8 Hütten zu steigern. Aus einer Nachlässigkeit in der Mann- und Raumdeckung resultierte der einzige Gegentreffer der Begegnung, sodass die mitgereisten „Fans der Herzen“ am Ende einen 8:1 Kantersieg bejubeln durften. Einen bitteren Beigeschmack hatte das Traumergebnis allerdings. Dem wuchtigen Spannstoß Frank G.s zur Optimierung seiner Torquote hielt leider die Knie beugende Muskulatur nicht uneingeschränkt Stand. Um Schlimmeres zu verhüten, sah er von weiterem aktivem Eingreifen ab und zog für den Rest des Turniers die Strippen an der Seitenlinie.
Die Karten war neu gemischt, als man erfuhr, dass Umkirch gegen Gottenheim verloren hatte. Mit der Gastgebermannschaft als kommendem Gegner rechneten die Waltershofener Kicker sich doch wieder Chancen auf den Gruppensieg und die damit verbundene Finalteilnahme aus, denn die Gottenheimer Zebras traten ohne Wechselspieler an und hatten bei der hochsommerlichen Witterung schon etliche Körner lassen müssen. Doch erneut ging der Matchplan des Gutmann-Ensembles nicht auf. Zwar gelang es den abgeklärten Defensivstrategen wie Stefan Weidner, Reini Glöckler, Frank Strohbach mit Volker Müller, den L’Altrella-Kasten weitestgehend vom Spielgeschehen abzuschotten, leider scheiterte man im Angriff aber erneut am eigenen Unvermögen und einem guten Torwart. Ein mageres 0:0 stand zu Buche, nachdem man mehrmals in aussichtsreicher Position zu wenig Eier bewiesen hatte, um den imposanten SVG-Schlussmann zu schlagen. Die Versuche reichten vom Strafraumgefummelspitzkick über Freistoßschlenzer bis hin zum spektakulären Scherenschlag, brachten jedoch allesamt nicht den gewünschten, allseits erwarteten und von den Anhängern geforderten Erfolg. Der gewonnene Punkt zumindest sorgte in Kombination mit dem positiven Torverhältnis für die sichere Qualifikation für das Spiel um Platz 3.
Etwa eine halbe Stunde später, als die Enttäuschung über den verpassten Finaleinzug etwas verflogen war, traten die Blau-Weißen zum Duell mit dem FC St. Georgen an, dessen Lehrstunde in der Kirchzartener Halle noch fast allen Waltershofener Akteuren in Erinnerung war. Hier stand man nun auf dem tadellosen Naturrasen, um Wiedergutmachung zu betreiben. Und nebenbei den einzigen noch freien Platz auf dem Siegertreppchen zu ergattern. Es war an der Zeit, gegen ernstzunehmende Kontrahenten Stärke und Siegeswillen zu zeigen. Der bis dahin glücklose Thomas Rees machte den Anfang, nutzte die allererste Unachtsamkeit der Grünen für einen Tempovorstoß und spitzelte die Pille zur Führung in die Maschen. In der Folge entwickelte sich eine spannende Partie mit leichten Vorteilen für den SVW. Für große Freude beim gesamten Team und seinen Anhängern sorgte das 2:0, wiederum durch Thomas, das den Protagonisten Sicherheit und Selbstvertrauen gab, um den FC St. Georgen am heutigen Tag deutlich und verdient zu besiegen. Die Krönung einer couragierten und disziplinierten Leistung war dann Hannes‘ letzter Streich, der einen butterweichen Flugball aus dem Hercherfuß per eingesprungenem Kopfballlupfer zum 3:0 Endstand versenkte.
Minimalziel erreicht. Dritter von acht. Und die einhellige Meinung, dass man als mit Abstand beste Mannschaft ja nicht zu Siegen verdammt sein müsse, sondern auch mal anderen etwas gönnen kann! Herzlichen Glückwunsch, VfR Umkirch, zum Turniersieg. Und vielen Dank an die Gastgeber aus Gottenheim für einen gelungenen Nachmittag.
Ach Halt! Der Schinkenspeck. Den gab es diesmal nicht, aber eine flüssige Trophäe, die die Planungen für das nächste AH Kabinenfest vorantreiben wird

SVW holt in Kirchzarten einen Schinkenspeck

Zehn Jahre nach dem letzten Auftritt der Waltershofener Alten Herren beim Hallenturnier des SV Kirchzarten trat am vergangenen Wochenende wieder eine AH-Truppe im Dreisamtal an. Man beendete den Wettbewerb auf einem respektablen siebten Platz und konnte anschließend sehr herzliche Worte der Turnierleitung, Applaus von allen Seiten und ein 2-Kilo-Stück Schwarzwälder Schinkenspeck in Empfang nehmen. Offen blieb bisher nur, ob es sich dabei um eine Wandertrophäe handelt.

Lange schon war klar, dass die Spur der Blau-Weißen Routiniers irgendwann zurück in die offiziellen Wettkämpfe führen würde und in diesem Winter hatte Coach Frank Gutmann endlich ernst gemacht. Kaum hatten die ersten Ü35er Interesse gezeigt, war auch schon ein Team gemeldet. Ins Aufgebot hatten es geschafft: Manuel Hercher, der bei -11 Grad Außentemperatur den Hallenfußball der Waldarbeit vorzog, Stefan Weidner, dessen lädierter Rücken rechtzeitig zum Showdown wieder belastbar war, Frank Strohbach, der im Abschlusstraining nochmal mit einem blauen Auge davongekommen war, Hannes Leistert, der nach seinem Debüt in der Zweiten Aktivenmannschaft jetzt mehr wollte, Thomas Rees, der sein Warm-Up auf der Piste absolviert hatte, Volker Müller, auf dessen Spielerpass die Tinte noch feucht war, und der Spielertrainer Frank Gutmann, für den so ein Hallenturnier ohnehin nur die kleine Schwester seiner sonntagmorgendlichen Skitour ist. Dieser prominenten Truppe fehlte lediglich ein gelernter Torhüter, doch die Alternativlösungen waren bereits im Voraus beschlossen worden. Als erstes Highlight feierte man schon in der Kabine die Enthüllung eines nagelneuen Trikotsatzes. Nachdem die Rückennummern, Hosengrößen und Zuordnung von R- und L-Stutzen zu den entsprechenden Füßen geklärt waren, konnte ins Geschehen eingegriffen werden. Noch vor dem Anpfiff gab’s aber das zweite Highlight für die Kicker, nämlich einen lautstarken Empfang durch den mitgereisten Waltershofener Fanclub.
Mit ordentlich Rückenwind ging es also in die erste Partie gegen den FC Freiburg-St. Georgen. Leider erhielt man in den folgenden elf Minuten dennoch eine kleine Lehrstunde in Sachen Hallenfußball. Die hoch aufgeschossenen Grünen verstanden es, die Waltershofener mit klarem, überlegtem Passspiel und cleveren Laufwegen vor große Probleme zu stellen. Manuel, der das Tor hütete, hörte es viermal klingeln, während der SVW durch Hannes, den frischgebackenen Captain, nur zu einem Ehrentreffer kam. Die Stimmung im Team bekam einen Dämpfer, doch kaum auf den Zuschauerrängen angekommen, wurden die Akteure von ihren Anhängern wieder aufgebaut.Als die Köpfe wieder erhoben waren, besann man sich für die anstehende Begegnung mit der Spvgg Buchenbach auf die eigenen Stärken und feilte gemeinsam an der taktischen Ausrichtung. Statt des erfolglosen Zwei-hinten-zwei-vorne-Konzeptes entschied sich die Truppe für einen konsequenten Abräumer zur Sicherung des verstärkten Mittelfelds und eine Speerspitze zur Vollstreckung der Offensivaktionen. Quasi eine Raute mit übergewichtigem Mittelfeld. Und siehe da, ein völlig andesSpiel entwickelte sich. Die Tuniberger konnten massiven Druck auf den Gegner ausüben und erzwangen zahlreiche hochkarätige Torchancen. Allein die Sache mit der Vollstreckung schien noch nicht ganz ausgereift zu sein. Weil nach endlosen elf Minuten noch immer die Null stand, die Dreisamtäler aber einmal eingenetzt hatten, ging man auch diesmal als zweiter Sieger vom Platz. Neben der Aufmunterung durch die Fangemeinde, wurde den Waltershofener Oldies nun auch noch das Mitleid der Turnierleitung zuteil, die den Blau-Weißen trotz des negativen Ausgangs eine ansprechende Leistung bescheinigte. Kurzerhand erklärten die sympatischen Offiziellen den SVW zur Mannschaft der Herzen. Das gab wieder mentalen Aufwind. Gegen den Titelverteidiger FSV Stegen wollte man einiges noch besser machen. Die grundsätzliche Ausrichtung schien jetzt zu stimmen, die Aktionen waren aber bisher noch zu ungestüm und überstürzt gewesen. Mit mehr Ruhe wollte man jetzt zu Zählbarem kommen. Der mittlerweile installierte Keeper Stefan wollte de Partie mit weißer Weste beenden und vorne war endlich der Lohn für die bisherigen Bemühungen fällig. Manches klappte, manches nicht. Angesichts von abgefälschten Schüssen und Stegener Tikitaka-Kombinationen wurde Stefan zur armen Sau der Partie, andererseits zündete Manuel den Turbo schloß so manchen ordentlichen Spielzug gewaltsam ab. Eine 2:1 Führung gab man leichtfertig ab, geriet mit 2:4 in Rückstand und konnte am Ende mit einem 4:4 ganz gut leben. Ein Punkt und vier Hercher-Tore gaben auch den SVW-Ultras Anlass zu schier grenzenlosem Jubel. War das ein Quattrick? Die abgerufene Leistung entsprach jetzt also den hohen Waltershofener Ansprüchen. Leider waren aber die Chancen auf den Einzug in die K.O.-Runde dahin. Und so blieb als Ziel für die Partie gegen Neustadt-Hölzlebruck, sich mit einem souveränen Sieg aus dem Turnier zu verabschieden. Um auf Nummer sicher zu gehen, wurde der entgleiste Flüssigkeitshaushalt mit einem Schorletablett wieder aufgefangen. Einem letzten Torwartwechsel zufolge zeigte sich jetzt Thomas im Leuchtjersey. Der Plan war, den Gegner im kontrollierten Überzahlspiel auszugucken und dann eiskalt zuzuschlagen. Hannes, der total angefressen war, weil er gegen die vorherigen drei Gegner zuvor noch niemals verloren hatte (auch nicht in der Halle), nahm also den rausgerückten Keeper mit ins Boot, um mit dem ebenfalls angefressenen Manuel, der sich noch immer über ein Luftloch ärgerte, bereits aus der Defensive heraus Druck aufzubauen. Somit konnten Volker über rechts und Coach Frank über links in die Räume starten und Verwirrung bei den Gelben stiften. In Sachen Spielkultur machte Hölzlebruck seinem Namen alle Ehre. Der Fall war klar, Blau-Weiß hatte die Fäden in der Hand. Frank ließ es sich dann nicht nehmen, seine Truppe persönlich in Führung zu bringen. Und wenig später auszugleichen. Die Schwarzwälder erzwangen nämlich das 1:1 in einer Phase, in der der SVW gerade richtig Fahrt aufnehmen wollte. Aber es half ja nichts, weitermachen war die Devise. Von den Rängen donnerten Sprechchöre in die Halle, die den Waltershofenern neuen Schub gaben. Mit dem 2:1 durch Manuel war man dann wieder in der Spur angekommen und setzte das Unternehmen Abschlusssieg fort. Es folgte allerdings eine Phase, in der die Brucker ihr körperbetontes Spiel intensivierten und mit allen Mitteln auf Torchancen drängten. Als der Schiedsrichter bereits ein, zwei Situationen recht eigenwillig beurteilt hatte, hieß es plötzlich: Freistoß an der Waltershofener Strafraumkante. Erst im zweiten Anlauf brachte der Schütze die Pille auf’s Tor, allerdings dann aus sehr kurzer Distanz und für den Torwart sehr spät zu erkennen. Der Beinschuss war unvermeidbar. 2:2. Sollte das Projekt etwa scheitern? Nein, Frank Strohbach hatte etwas dagegen. Er nahm sich ein Herz, opferte einen der neuen Strumpfstutzen, und rückte die Welt wieder gerade. 3:2 in den Schlusssekunden. Die Halle bebte. Auf der Tribüne drohte die Eskalation. Während die Waltershofener Groupies kurz vor dem Blankziehen waren, lag sich die Turnierleitung weinend in den Armen. Gleichzeitig dankten alle weiteren Teams dem Herrgott, dass ihnen die Finalspielbegegnung mit einem SV Blau-Weiß Waltershofen in dieser Verfassung erspart blieb. Und dann ertönte ein Pfiff. Hölzlebruck war besiegt und Waltershofen ist wieder eine Adresse auf der südbadischen Altherren-Landkarte.