Die Hallensaison der G-Jugend

Wie bereits im vergangenen Winter waren die Waltershofener G-Jugendlichen auch diese Saison wieder „indoor“ aktiv. Die zwei gespielten Hallenturniere in Breisach und Merdingen verliefen überaus erfolgreich.
Noch im alten Jahr, nachdem der Nikolaus einen Schwung SVW Mützen aus dem Sack gezaubert hatte, ließ es sich die Jugendleitung nicht nehmen, kurz vor Weihnachten ein Hallentraining mit dem DFB-Mobil zu organisieren. Damit war ein erstes Highlight der Wintersaison geschaffen und die Kids bekamen ein echtes Profitraining zum Abschluss von 2016.
Nach den Weihnachts- und Neujahrsfeiertagen startete man direkt in die Wettkampfphase. Der SV Breisach hatte eingeladen und neun Blau-Weiße nahmen am 8. Januar 2017 dankend an. Bei echtem Hallenwetter reiste man an, motiviert bis in die Haarspitzen. Das Trainerteam, in Teilen ziemlich geschlaucht von den nächtlichen Turniervorbereitungen, war ebenso motiviert am Start, aufgrund der namhaften Gruppengegner FC Denzlingen, SV Biengen und SV Breisach allerdings auch etwas vorsichtig in der Ausgabe der Tagesziele. Taktisch geschickt und diszipliniert wollte der SVW in der riesigen Halle agieren, um nicht unter die sprichwörtlichen Räder zu geraten.
Was die Waltershofener Youngster in den folgenden 3 x 9 Minuten ablieferten, war sensationell. In drei lautstark bejubelten Partien blieben sie ohne Gegentreffer. Astreine Torhüterleistungen waren das i-Tüpfelchen auf der bärenstarken Abwehrperformance des gesamten Teams. Man ließ nichts anbrennen. Neben der grenzenlosen Einsatzbereitschaft, körperlicher Fitness und fußballerischem Können, überzeugten die Racker vom Tuniberg vor allem mit exzellentem Positionsspiel. Ein konsequent eingehaltenes 2 – 2 – 1 war das Fundament für die heute eingefahrenen Erfolge. Unglaublich war nämlich auch der massive Druck auf’s gegnerische Gehäuse, den die Blau-Weißen aus Ihrer sicheren Defensive aufbauen konnten. Nach Balleroberung und Spieleröffnung über die Mittellinie brach regelmäßig eine wahre Tuniberglawine über die verteidigenden Teams herein. Folglich klingelte es auch am laufenden Band. Mit 2:0, 5:0 und 4:0 stillten die jungen Wilden Ihren Torhunger, wobei die meisten Treffer zur Begeisterung aller Waltershofener Anhänger in eindruckvoller Manier herausgespielt wurden. Explosionsartig nach vorn getriebene Bälle wurden vor dem Tor reihenweise quergelegt, wo stets ein kaltschnäuziger Vollstrecker seines Amtes waltete.
Wie gewohnt ließ es sich der Gastgeber nicht nehmen, alle Nachwuchslewandowskis mit einem eigenen Teilnehmerpokal zu ehren, was für die Kinder den krönenden Abschluss eines gelungenen Tages darstellte. Glücklich und zufrieden konnten Spieler, Fans und Verantwortliche den Heimweg antreten und sich ein wohlverdientes Mittagsschläfchen genehmigen.
Kaum eine Woche später, am Samstag, 14. Januar 2017, waren die Jungs und Mädels fest entschlossen, auch die Merdinger Halle unter Ihre Kontrolle zu bringen. Das Selbstvertrauen war da. Die Bedingungen allerdings nicht vergleichbar. Die Streptokokken hatten zugeschlagen. Ein Spielerausfall war aber zumindest zahlenmäßig zu verkraften, da im Merdinger Hexenkessel mit nur vier Feldspielern gespielt wird. Gravierender war eher der ungewöhnliche Terminierung. Warum die überaus sympathischen Merdinger Organisatoren eine Bambiniveranstaltung auf die Abendstunden legten, blieb vielen unverständlich. Doch der SVW wollte sich davon nicht beirren lassen.
Gegen die gastgebende Mannschaft ASV Merdingen, den SV Gottenheim und die bereits bekannten Breisacher schickte das Trainerduo wieder eine hungrige, aber konzentrierte Truppe ins Rennen. Das ausgegebene 2 – 1 – 1 schien von Beginn an die richtige taktische Ausrichtung zu sein und wurde von den Protagonisten recht zuverlässig umgesetzt. Über die Spieldauer von jeweils 12 Minuten blieb es auf dem kleinen Feld jedoch nicht aus, dass man dem Gegner auch Spielanteile überlassen musste und die „Null“ hinten ins Wackeln geriet. Vorne aber gelang es erneut ein ums andere Mal, gewaltig gegen den Ball zu pressen und die gegnerische Verteidigung sauber aufzumischen. Die ersten beiden Partien, also das Kräftemessen am Tuniberg, gewann Blau-Weiß deutlich mit 4:1 und 5:2. Kurz vor Schluss der zweiten Partie hatte man noch eine Schrecksekunde zu verkraften, aus der zumindest ein Waltershofener Akteur mit einer Beule hervorging. Im Eifer des Gefechts überschlugen sich kurzzeitig die Ereignisse sowie die Spieler selbst. Von der eigenen Dynamik überrumpelt, geriet einer ins Straucheln, ein zweiter rauschte darüber und erst die Backenbremse brachte das Knäuel zum Stillstand. Glücklicherweise gab es eine fast einstündige Pause vor der dritten Partie, in der sich alle etwas erholen konnten. Theoretisch.
Nach einem kurzen Durchschnaufen, Backekühlen und Rehydration, verwandelte sich das Waltershofener Team in einen Sack Hummeln. Bis zu völligen Verausgabung schwirrten die Zwerge durch den Hallenkomplex. Aufgeladen mit zuckerhaltigen Getränken und doch kurz davor, von der Müdigkeit übermannt zu werden, wimmelte der Haufen zwischen Zuschauertribüne und Katakomben auf und ab. In einem Zustand, der mit einer Fokussierung auf die nächste fußballerische Begegnung kaum mehr in Einklang zu bringen war. Offenbar hatten die großgewachsenen Breisacher Akteure diese Übergangsphase besser meistern können, denn im abschließenden Spiel des G1-Turniers gewannen sie die Oberhand und revanchierten sich für die Schlappe vom vergangenen Wochenende. 1:4 aus Waltershofener Sicht ging in Ordnung, da für ein Spiel auf dem bisher gezeigten Niveau einfach nicht mehr genügend Kraft und Konzentration vorhanden war. Schade für den Moment, aber der euphorischen Grundstimmung tat es keinen Abbruch. Den Dank für die Merdinger Humpenspende donnerte man lauthals durch das Foyer und demonstrierte damit das Potenzial, mal ein Auswärtsclubheim auseinander nehmen zu können, wie es beim SVW bereits lange Tradition ist.
Der Pflichtteil ist zur vollsten Zufriedenheit erfüllt. In den folgenden Wochen wird sich die G-Jugend wieder um fruchtbares Training bemühen und die gezeigten Stärken weitere ausbauen, damit man im Frühsommer ähnlich überzeugend in den Outdoor-Spielbetrieb zurückkehren kann.
Danke an die Gastgeber der Hallenturniere, an alle Unterstützer und Fans des Teams und an alle Kicker/innen, die so leidenschaftlich zu Werke gehen.

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