SV Waltershofen AH – ASV Merdingen AH
2:1 (1:1)

Waltershofener Alte Herren können einfach nicht verlieren!
Die seit Sommer 2016 anhaltende Siegesserie der AH aus Waltershofen wurde am vergangenen Mittwoch um einen Triumph erweitert. Wie damals waren auch diesmal wieder die Routiniers von der Tunibergrückseite zu Gast im Krebsbachstadion und mussten am Ende des Tages die Heimreise nach Merdingen mit leeren Händen antreten. Den blau-weißen Gastgebern gelang dabei das Kunststück, die Partie ohne einen selbst erzielten Treffer mit 2:1 zu gewinnen.
Dass die Begegnung überhaupt zustande kommen sollte, hatte bis im Frühjahr zumindest in Waltershofen noch niemand glauben können. Die Querelen beim letzten Zusammentreffen in Merdingen hatten vermuten lassen, dass der Derbyklassiker für eine Zeit lang auf Eis gelegt werden könnte. Doch in einem Anflug von „Schwamm drüber“ hatten die Verantwortlichen des ASV wieder den Kontakt zu Teammanager Frank Gutmann gesucht und ein erneutes Match in die Wege geleitet. Und damit ergab sich für die SVW Veteranen eine weitere Gelegenheit, die Vormachtstellung am Tuniberg in Stein zu meißeln.
Der zuletzt verunglückte Marco Müller, dessen Oberarm sich eines optimalen Heilungsrozesses erfreut, nahm die große Bürde des Schiedsrichteramtes auf sich – und bestand mit Bravour. Eine nicht einfach zu leitende Begegnung, die in der Schlussviertelstunde erneut in Richtung Schlammschlacht zu kippen drohte, brachte er souverän über die Bühne. Keine mutwillig Verletzen, keine eskalierenden Konflikte, damit war seine Bilanz einwandfrei.
Die personelle Lage der Waltershofener war Tage vor der Partie noch unklar gewesen, weil der ursprünglich gemeldete Kader durch Verletzungs- und Verpflichtungspech durcheinander geraten war. Dennoch stand man zu Spielbeginn mit einer schlagkräftigen 14-Mann-Truppe auf dem Rasen und ging, zumindest aus eigener Sicht, als Favorit ins Rennen. Das Fehlen des Abwehrchefs Manuel Hercher erforderte leichte Veränderungen in der Besetzung der Positionen, konnte aber vom modifizierten Abwehrverbund kompensiert werden. Das mit Frank Gutmann, Thomas Rees, sowie Stefan Weidner und Florian Amrein besetzte Defensivzentrum hielt den Bemühungen der Merdinger größtenteils Stand und verstand es über weite Strecken, den Ball nach Eroberung wieder kontrolliert ins Spiel zu bringen. Für Druck nach vorne sorgten die Außenbahnteams mit Volker Müller und Mark Arenz auf der rechten und Richard Mayer, Lukas Dombrowski und später Reinhard Glöckler auf der linken Seite, während Hannes Leistert, welcher auch für die taktische Ausrichtung verantwortlich zeichnete, in der Mitte die Strippen zog. Die Abteilung Attacke bestand aus Frank Strohbach, dem erstmals eingesetzten Ulli Eitner und Benjamin Fuchs. Enzo L’Altrella hütete in gewohnt greller Montur die Waltershofener Hütte.
In den Anfangsminuten war die Gutmann-Elf zunächst damit beschäftigt, die flexibel zu interpretierende Grundaufstellung flexibel zu interpretieren und dabei trotzdem sicher zu stehen und die Spielkontrolle zu erlangen. Nach manchen unnötig brenzligen Situationen groovte man sich aber schließlich ein und es gelang wiederholt, sich durchs Mittelfeld in Schlagdistanz zum Merdinger Kasten zu kombinieren. Nach etwa einer Viertelstunde war bereits erster Ertrag zu verzeichnen. Schussversuche aus der zweiten Reihe waren bis dahin ohne Erfolg geblieben, weshalb die Offensive nun ihr Glück mit scharfen Hereingaben direkt vor das Gehäuse probierte, wo der eingerückte Volker es verstand, das Spielgerät derart zu verarbeiten, dass seinem abfälschenden Gegenspieler nur noch das Eigentor übrig blieb. Allerdings konnte die 1:0 Führung weder ausgebaut, noch sehr lange gehalten werden. Zwar lagen die größeren Spielanteile eindeutig bei der Heimelf, doch durch einen vermeidbaren Freistoß und eine darauf folgende verunglückte Kopfballabwehr ermöglichte man dem Gegner zu egalisieren. Der 1:1 Pausenstand stellte nun keine Katastrophe für die Blau-Weißen dar, insgeheim hatte man sich aber doch mehr erwartet und wollte deshalb im zweiten Durchgang nochmals mehr Gas geben. Außerdem nahm man sich vor, besonders auf den Flanken geordneter zu stehen. Positiv zu bewerten war diesmal die Ein- und Auswechselpraxis, die bisher regelmäßig für chaotische Zustände gesorgt hatte. Waltershofen nahm also in Halbzeit zwei das Heft in die Hand und so dauerte es wiederum nicht lange, bis die Hausherren erneut zum Torerfolg gelangten. Hannes drang von halblinker Position in die Gefahrenzone vor dem Merdinger Tor ein, behielt die Übersicht und bediente mustergültig den heranstürmenden Frank S., der in seiner ganz eigenen Manier seinen Hintermann zu einem weiteren Eigentor zwang. Bitter für die Gäste, aber dennoch ein verdientes 2:1 zu diesem Zeitpunkt. In der Folge dominierte der SVW das Geschehen. Lediglich eine einzige, jedoch hochkarätige Torchance gönnte man den Rot-Blauen noch als nach einer Unachtsamkeit im Abwehrzentrum ein Gästestürmer nur noch vom glänzend parierenden Enzo gestoppt werden konnte. Der knappe Spielstand markierte nach 2 x 40 Minuten den Endstand. Leider wurde die Partie gegen Ende wieder ähnlich hitzig, wie im vergangen Jahr. Den Unterschied machte diesmal Marco als Schiri, der sich die Unruhestifter zur Brust nahm und alle Wogen glätten konnte.
Nach dem Abpfiff war die Welt auch wieder in Ordnung. Die AH Merdingen schien mit der Niederlage leben zu können, die AH Waltershofen war mit der Ausbeute überaus zufrieden. Die latente Uneinigkeit über das erlaubte Maß an „Zuzogene“ und das nicht zu unterschreitende Mindestalter spielte diesmal offenbar keine große Rolle mehr.

Aufstellung:
E.L’Altrella
F.Gutmann, Th.Rees, F.Amrein, M.Arenz, St.Weidner
R.Glöckler, H.Leistert, R.Maier, V.Müller, L.Dombrowski
F.Strohbach, U.Eitner, B.Fuchs
Torschützen: Eigentore (2)
Schiedsrichter: Marco Müller

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